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2005 Tour 11 Tour de groundhog Phil 20.07.-15.08.2005 |
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| Etappe 1 |
Blairstown - Ottsville (Beaver Valley CP) (56 mi) |
Mittwoch 20.07.05 |
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Hope (8 mi) - Belvidere (12) - Hutchinson (6 mi) - Brainerds (3 mi) - Phillipsburg (8 mi) - Riegelsville (8 mi) - Revere (7 mi) - Beaver Valley CP (4 mi) | ||||
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Nette Menschen leben in Pennsylvania. Die Wettervorhersage sagte einen heißen aber wenigstens nicht so schwülen Mittwoch voraus. Die Tage zuvor waren fast nicht zum aushalten. Da die Sachen größtenteils schon am Abend zuvor gepackt wurden, verging die Zeit recht zügig vom Aufstehen bis zur Abfahrt. Ein paar Kleinigkeiten, einen Kaffe oder Saft zum Frühstück und dann ging es gegen 07.30 Uhr los. Aus Erfahrung wussten alle, dass das nicht zu früh war. Auch die Kinder konnten schon sehr gut den Zusammenhang zwischen der frühen Abfahrtszeit, der zu fahrenden Distanz und der zu erwarteten Tageshöchsttemperatur herstellen. Da das Haus von Jack und Lili an den Appalachen lag, ging es erst einmal mit mindestens 18 Prozent bergab. Ein schöner Tourbeginn, sicher weil auch die Bremsen funktionierten. Am Horizont konnte man wunderbar die Hügel von Pennsylvania ausmachen. Bis zum Delaware River waren es ca. 30 Kilometer und sie konnten den ersten Abschnitt über leichte Hügel und im Schatten der Bäume ohne Probleme bewältigen. Der erste nette Ort war Hope, wo sie eine kleine Rast machten. Bis hierher waren sie auch fast alleine auf der Straße. Doch die nächste Straße würde doch mehr Verkehr bringen, wie die vielen Trucks an der nahegelegenen Kreuzung vermuten ließen. Doch später waren auch etwaige Sorgen bezüglich des Truckverkehrs verflogen. Die Straße hatte einen ausreichend breiten Seitenstreifen und die Truckfahrer ließen keinen Zweifel zu, dass 4unterwegs, Lili und Jack gleichwertige Verkehrsteilnehmer waren. Vielleicht lag es auch daran , dass die Fahrräder von weitem wie fette Harleys aussahen. Und da Harleys auch in Pennsylvania hergestellt werden, schenkten die Truckfahrer ihnen besondere Aufmerksamkeit. Mit Annäherung wurde dann wohl manchem klar, dass die 4 ihre Harley-ähnlichen Gefährte alleine mit den Beinen bewegten. Und das Erstaunen schlug um in Bewunderung oder in blankes Entsetzen. So verrückt können doch nur Holländer, Briten, Deutsche oder Aliens sein. Da machte mancher Truckfahrer lieber einen großen Bogen um sie herum. Gegen 11.00 Uhr erreichten sie die Stadt Belvidere. Dort gab es einen großen Park mit riesigen Bäumen. So eine Gelegenheit für eine ausgiebige Mittagsrast wollten sie sich nicht entgehen lassen. Auch gab es eine Bibliothek, die geöffnet hatte. Eine gute Gelegenheit um frisches Wasser aufzunehmen und eine aller erste Meldung auf die Homepage zu schicken. Gegen 12.30 Uhr ging es dann weiter. Nach ein paar Meilen waren sie endlich am Delaware Fluss. Doch auch die Straße war anders, als sie es sich vorstellten. Während die meisten Uferstraßen in Deutschland ein Fortkommen auf flachen Wegen gewährleisten, folgten sie dem meist hügeligen Geländeprofil. Und das bei fast 40 Grad Celsius. Aber der Delaware schob sich gemächlich Richtung Delaware Bay. Das schien nicht immer so zu sein. Davon zeugte das Strandgut und die vielen demolierten Hütten am Ufer des Flusses. Im Frühjahr so schien es stieg der Pegel in die Nähe anderer Jahrhunderthochwasser. Das hatte auch Auswirkungen auf die 4, Jack und Lili. Plötzlich ein Schild: "Road closed" Das hieß soviel wie: hier geht's nicht weiter, überhaupt nicht weiter. Das Ausmaß der Ursache die zu dieser Sperrung führte, war aber nicht auszumachen. Wie oft im Leben gab es nur zwei Möglichkeiten: 13 Kilometer zurückzufahren und eine andere Route über den Highway oder die Hügel zu nehmen oder Gott vertrauend einfach weiterzufahren. Aber vielleicht gab es ja noch eine darüber stehende Gewalt. Jedenfalls war es ihnen möglich einen Kilometer hinter dem Schild, um das große Loch in der Straße herumzufahren und die Fahrt wie geplant fortzusetzen. Solche Einlagen sind schon der Kick. Das muss man zwar nicht oft haben, aber wenn’s gut ausgeht, fühlt man sich immer gleich wie beschenkt. In Philippsburg gingen sie erst mal in einen bestimmten Laden und kühlten sich die Kehle mit einem bestimmten Getränk. Das machten sie ganz heimlich und keiner hatte es bemerkt. Das darf ich hier aber nicht weiter ausführen, zumal sie sich beim Trinken eher wie Diebe vorkamen, obwohl sie ja bezahlt hatten. Wenig später war erst einmal Dinner angesagt. Vollklimatisiert versteht sich. Von 40 Grad auf 23 Grad schockgekühlt. Gegen 16 Uhr ging es weiter noch auf der linken Seite des Ufers des Delaware. Bei Regisville überquerten sie den Fluss über eine alte Eisenbrücke. Von dort ging es Richtung Ottsville. Ehe sie auf die Hügel hinauffuhren, versorgten sie sich noch für den Abend in einem kleinen Kaufmannsladen. Im Campingverzeichnis war der Campingplatz Beaver Valley der Gemeinde Ottsville zugeordnet. Deshalb hielten die 4 auch auf diesen Ort zu. Aber der Campingplatz schien eher kilometerweit von ihm entfernt zu sein. Jedenfalls war die Anfahrtsbeschreibung mehr als unschlüssig. Doch ein netter Sherriff, der sie schon an einer Gabelung erwartete, half ihnen. Lili war vorausgefahren und hatte sich mit ihm schon unterhalten. Wo ist nur der Beaver Valley Camping? Eigentlich wollten sie der Straße nach Süden folgen. Nachdem der Sheriff aber mit seinem Handy Kontakt mit dem Zeltplatzbesitzern aufgenommen hatte, empfahl er ihnen einen anderen Weg. Da Jack schon vorausgefahren war, folgte Lili ihm. 4 fuhr gemütlich weiter, da ja das Ziel nicht so weit schien. Ein Trugschluss. Denn in Amerika sind auch die Wege länger, besonders aber die Umwege. Und den Hinweis „gleich hinter der Einbiegung“ muss man sicherheitshalber mit dem Faktor 3 oder besser 30 multiplizieren, um eine Vorstellung von der Entfernung zu bekommen. Es ging dann mal steil den Hügel abwärts und nach einem Bach natürlich genauso wieder aufwärts. Hinweisschilder suchten die 4 vergebens. Leute halfen ihnen den Weg zu finden, auch wenn sie keine 100-prozentige Klarheit über die Lage des Platzes hatten. Und immer wieder staunten jene über das Gespann. Würde so was überhaupt fahren? Und dann noch hier in Pennsylvania? Mit Kindern? Wieder ging es steil bergab. Und wieder hofften sie im selbigen Tal den Beaver Valley Campingplatz vorzufinden. Aber ihren sehnsuchtsvollen Blicken bot sich nicht das geringste Zeichen einer solchen Stätte. Einmal gab eine Frau im Auto ihnen eine vage Beschreibung, die die 4 wohl falsch interpretierten. Denn als sie schon längst weitergefahren war, bemerkte sie wohl im Rückspiegel, dass 4unterwegs die falsche Abzweigung genommen hatte. Schnell kam sie zurückgefahren, um sie liebevoll auf den Fehler hinzuweisen. Nette Menschen leben in Pennsylvania. Und da dem Tal wieder der Hügel mit einem kräftigen Anstieg folgte, waren die Radler bald im Eimer oder exhaust wie der Ami sagt, also fix und fertig. Aber auf dem Campingplatz waren sie deshalb noch lange nicht. An einem Haus riefen sie eine junge Dame, die zunächst erst mal gar nichts sagen konnte, da sie sichtlich beeindruckt von den Beförderungsmitteln war. Ja, sie wusste wo der Platz war, aber es gab zwei Möglichkeiten. Auch das noch. Eine hätte auch genügt. Gegen 19.30 Uhr sahen die 4 von weitem Jack und Lili und kurz darauf erreichten sie gemeinsam den Campingplatz. Und was soll ich euch sagen: es gab die beste Belohnung, die man sich je auf dieser Welt hätte vorstellen können – einen Swimmingpool. Alle Gedanken über die Mühen auf den 96 Kilometern und der Hitze von fast 40 Grad waren blitzartig verflogen. Und alleine auf dem Zeltareal genossen sie den Blick auf den strahlenden Mond. Ach ja, die Dame vom Haus kam noch mal vorbeigefahren, um auch ganz sicher zu sein, dass 4unterwegs den Campingplatz auch wirklich erreicht hatten. Ich hab's ja immer gesagt - nette Menschen leben hier in Pennsylvania.
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Euer Murmeltier Phil |
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| zuletzt aktualisiert: Saturday, 19. May 2007 | |||||