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     2005   Tour 11                          Tour de groundhog Phil                       20.07.-15.08.2005

 

 

 
     
 

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Etappe 2

Ottsville (Beaver Valley CP) - Bolder Campground (22 mi)

Donnerstag 21.07.05

     

   

     

Beaver Valley CP (4 mi)  

     

   

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41 km statt 96 km

Früh standen sie auf. Wie so oft gab es ein Wecken der Kinder der sanften Form. Nach dem anstrengenden Tourbeginn am Vortag  hatten sie sich das einfach verdient. Das bedeutete, dass das Zubereiten des Frühstücks und das Packen der Räder Aufgabe der Eltern war, während Sophie und Jakob noch schliefen. Als alles bereitet war, krabbelten sie aus dem Zelt. Gegen 9.30 Uhr besetzten alle ihre Sättel und machten sich Richtung Süden auf die Reise. Laut Hinweisschild am Campingplatz sollte eine Brücke bei Ottsville gesperrt sein, die das Überqueren eines Flusses unmöglich machen sollte. Nein nicht so was schon wieder. Nicht noch mal die Strecke zurück bis zu der Gabelung, wo sie den Polizisten getroffen hatten.  Aber schon aus der Vortags gewonnenen Erfahrung wussten sie, dieses Problem zu meistern. Sie fuhren ganz einfach weiter auf der in das Tal führenden Straße. Und siehe da. Sie hatten wieder einmal Glück gehabt, denn die gesperrte Brücke lag 100 m abseits ihres geplanten Weges. Gott schützt die Tapferen. Gleichzeitig bestätigte sich auch: Pennsylvania war recht hügelig. Schließlich waren die Appalachen nicht weit entfernt und ihre Ausläufer reichten natürlich bis in diesen Osten. Dank der erfahrenen Begleitung durch Lili und Jack konnten sie aber die besten Straßen auswählen, um einigermaßen flaches Gelände vorzufinden oder wenigstens Straßen mit wenig Verkehr und moderaten Steigungen zu nutzen. Sich für diese oder jene Straße zu entscheiden war nicht immer ganz einfach, denn ruhige Straßen folgen mehr dem Geländeprofil, sind kurvig, eng und haben oft keinen Seitenstreifen. Da war es manchmal besser einer Bundesstraße oder Highway mit mehr Verkehr aber breiten Seitenstreifen zu folgen. Für diesen Tag waren ca. 45 Meilen geplant. Das war schon echt viel. Und wäre Pennsylvania so flach wie Ost-England und kühl wie die norwegische Küste gewesen, dann hätte man das locker schaffen können. Doch die Straße fuhr sich wie Kaugummi. Nach der Mittagspause am Supermarkt ging es mit gefülltem Magen noch beschwerlicher. Da die Sonne brannte wie die in der Sahara, war es nicht mehr weit bis zur Feststellung, dass das Ziel auf keinen Fall zu schaffen war. Deshalb beschlossen sie den nächstmöglichen Campingplatz anzufahren. Dank mehrerer Campingverzeichnisse, die sie bei sich führten, fanden sie auch einen der nicht sehr weit von ihrem Weg war. Nachdem sie eine Brücke die über den Pennsylvania turn pike führte passiert hatten, bogen sie in einem kleinen Ort wie im Internet beschrieben in Richtung des Campingplatzes ein. Nach ca. 3 Kilometern hätte es aber eine Zufahrt von der Landstraße aus geben müssen. Aber da war nur ein Schotterweg, ohne irgendein Hinweisschild das den Weg zum Campingplatz wies. Das konnte sicher nur eine Zufahrt auf eine Baustelle sein oder zu einer Mülldeponie. Da Lili und Jack vorausgefahren waren, um 4unterwegs zu erwarten, hielten die 4 später an einem T-Stück erst einmal an. Sicherlich auch in der Hoffnung die Freunde bald wiederzutreffen. Selten kam ein Auto vorbei und seltener hatten sie Gelegenheit einen Fahrer nach dem Campingplatz zu fragen. Doch wer hier ein Ferienhäuschen sein eigen nannte, wohnte sicher in Philadelphia und interessierte sich mehr für Baumärkte statt für Campingplätze. Eine halbe Stunde später kam Lili. Ihr ging Captain Jack  verloren. Wieder eine halbe Stunde verging und Jack traf auf die 5. Auch für ihn war der Campingplatz  einfach unauffindbar. Ein Schild am Straßenrand auf dem Scout Camp geschrieben stand, war die einzige Orientierungshilfe in diesem Wald. Aber wie weit könnte es bis zu dem Camp sein? Gab es hier etwa gar keinen Campingplatz? Sie fuhren zum Scout Camp, der glücklicherweise nur 2 km entfernt lag. Lili sprach mit einem Ranger vom Camp, der ihr gestattete den Campingplatz anzurufen. Der Rest der Mannschaft befüllte die Flaschen mit frischem Wasser. Nach dem Telefonat waren sich alle einig, dass nur die besagte Einfahrt, die sie leichtfertigerweise ignorierten, die Zufahrt zum Bolder Camping sein konnte. Eben jene, die sie vor Stunden schon passierten. Jetzt war es wenigstens nicht mehr so heiß. Sie folgten dem Waldweg über ca. 3 km. In der Ferne hörte man den Verkehrslärm der Pennsylvania Turnpike. Endlich erreichten sie gegen 18.30 Uhr den Campingplatz. Der Tag stellte auch den Negativrekord ihrer am langsamste zurückgelegten Radreiseetappe dar, von den letzten 4 Stunden ganz zu schweigen. Das erste was sie nach Ankunft taten, war natürlich ein Sprung in den Swimmingpool. Das war diesmal aber ein eher mittelmäßiges Vergnügen. Die russischen Kinder waren doch recht aufdringlich und mussten jedes Mal, wenn sie an den Rädern vorbeigingen diese befummeln. Ich vermute, sie wollten sich nur vergewissern, dass sie von dieser Welt waren. Wer würde schon in Pennsylvania - in den USA - mit Tandem und Kindern über die Berge fahren. Niemand wäre hier auch nur annähernd so bekloppt. Niemand von ihnen jedenfalls. Aber da 4unterwegs ja die Abdeckplane dabei hatte, wurde alles zugedeckt und danach hielt sich das Interesse des Publikums in Grenzen.  Später im Kiosk erklärte ihnen ein Truckfahrer, wie sie am besten ins Amishcountry gelangen könnten. Natürlich waren Lili und Jack und 4unterwegs die einzigen, die auf dem Platz zelteten. Sonst gab es nur Caravans, genauso wie auf dem Platz am Tag zuvor. Deren Klimaanlagen liefen auf Hochtouren. Und bald schon würden sie merken, dass Zelten nicht das reinste Vergnügen sein sollte. Es war auch nachts noch sehr warm. Das gemeinsame Abendbrot genossen sie alle zusammen. Und verglichen mit dem Tag zuvor waren sie genauso geschafft, nur mit dem Unterschied, dass sie nur 41 km statt 96 km zurückgelegt hatten. 

     
 
     

Euer Murmeltier Phil

 
     

     

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zuletzt aktualisiert: Saturday, 19. May 2007