Freitag 22.03.02 : Endlich haben wir die Kartons zusammen. Die Fahrräder wurden heute gewaschen und mit Wachsspray konserviert. Das taten wir noch nie, aber ab jetzt wollen wir lieb zu unseren Fahrrädern sein.
Samstag 23.03.02 : Wir haben in der Buchhandlung ein Radtourenbuch entdeckt: Radatlas Mallorca von bikeline unter www.esterbauer.com . Die Karten sind im Maßstab 1 : 75.000 einschließlich Höhenprofil von allen wichtigen Radgebieten (keine vollständige Mallorca-Karte). Für unsere Touren scheint er aber ein idealer Reiseführer zu sein. Wir werden ihn mal ausprobieren. Ergänzend nutzen wir noch eine etwas ältere Firestone Karte 1 : 125000.
Unsere Nachbarin Isolde hat ein neues Fahrrad. Ein Sivretta von Villiger. Bitte keine Werbung, aber wie es sich fährt ist der beste Beweis für den feinen Unterschied zwischen einem No-name oder wirklich gutem Treckingrad selbst bei 1000 Euro.
Sonntag 24.03.02 : Packtag – Wir hassen Kartons. Die Nachbarschaft muss wohl gedacht haben, wir gehen auf Weltreise. Und dann nur nach Mallorca. Mit unserem knapp 10 m hohen Auto fuhren wir dann zum Late-Night-Check-In. Wer die Möglichkeit dazu hat – wir können das nur empfehlen. Man hat am nächsten Tag den Kopf frei für andere Dinge.
Montag 25.03.02 : Abreisetag – Der Abflug war zum Glück erst nachmittags. Um 15 Uhr fuhren wir zum Airport Düsseldorf um 22 Uhr waren wir im Hotel. Captain Eckold hat uns sicher nach Palma gebracht. Bei ihm hätte ich nie einen Zweifel gehabt. Natürlich gab’s wieder Überraschungen. Die positiven zuerst. 1. Hotel und Standort sind ansprechend wir sind sehr zufrieden. 2. Wer nicht unbedingt sein eigenes Fahrrad mitnehmen möchte hat gute Gelegenheiten hier ein gutes zu mieten. Preise ab 7 €, ein Treckingbike 9 € und für die Woche z.B. 32. €. Bedenkt man den Aufwand und nachfolgende Überraschungen, dann ist das vielleicht eine gute Alternative. Die negativen Überraschungen : 1. In Palma angekommen, sagte man uns, nachdem wir den Busfahrer zur Mitnahme unserer Fahrräder weichgeklopft hatten, für eine Transfergebühr von 16 € (hin und zurück) können wir die Fahrräder mitnehmen. Diese Information war besonders deshalb so ärgerlich, da wir unsere Freunde von Santanyi gebeten hatten, extra 50 km zurückzulegen um, eventuell die Fahrräder nach Cala Millor zu transportieren. Da werden wir uns noch mal an den Veranstalter wenden. 2. Mallorca wird teuer. Ein Bier San Miguel 03-er kostete im popligen Rock-Café 2,50€, ein Snack am Strand ca. 5 € usw.
Dienstag 26.03.02 : Mallorca ist schön. Besonders wenn man die Betonburgen 3km hinter sich weiß. Dann fährt man über ruhige Landstrassen, vorbei an Mandelhainen, alten Fincas und durch beschauliche Dörfer und es begegnen einem viele Rennradler. Die Steigungen gehen selten bis 10%. Unsere Schnuppertour führte uns über Castel de n’Amer, S´Illot, Son Carrió zurück nach Cala Millor (ca. 25 km). Nicht viel, aber bei dem Wetter hier ist es nicht einfach die Kinder von diesem riesigen Sandkastenstrand fernzuhalten. PS. Wir schreiben von ‘ner spanischen Tastatur. Also nicht wundern wenn euch irgendetwas spanisch vorkommt seht uns die Schreibfehler nach. Gruß 4unterwegs
Mittwoch 27.03.02 : Tour d'Arta. Viele Rennradler sind unterwegs - auch gut bebaute Damen. Das motiviert. Da steigt unsere Durchschnittsgeschwindigkeit leicht um 3 km/h - wer ist dran schuld ? Die 15 km von Cala Millor nach Arta sind einfach zu fahren, nur geringe Steigungen (ca. 6%) sind zu überwinden. Arta ist eine schöne typisch mallorquinische Stadt. Es lohnt sich. Richtung Manacor werden wir eines gewahr : Mallorca wird dreckig. Die Seitenstreifen der Strasse gleichen eher einer gut verteilten Mülldeponie. Nach hunderten von Kunststoffflaschen und Bierdosen hören wir auf zu zählen. Als Autofahrer sieht man das nicht. Aber wir, die sich mit 15 km/h genussvoll fortbewegen. Aber Mallorca duftet auch. Ginster, Wildblumen und frisches Gras sorgen für ein wahren Naturgenuss. Auf Mallorca wird immer noch viel gebaut. Viele Strassen werden verbreitert oder erneuert. Mitunter ist das jetzt unangenehm, steile Böschungen oder Absperrungen. Vielleicht hat man an Radfahrer gedacht, doch nach einigen Tagen kommen uns schon jetzt eher Zweifel.
Donnerstag 28.03.02 : Tour de Drachen. Die 16 km zur Drachenhöhle waren angenehm. Wir hielten uns an die Nebenstrassen deren Steinmauern Schutz vor dem Sturm boten, denn Mallorca hat Sturm. Doch schon ein paar Kilometer fernab der Küste ist es ruhiger. In Porto Cristo besuchten wir die Drachenhöhle. Sehr touristisch, aber schön. Zurück von Porto Cristo fuhren wir die Hauptverkehrsstraße in Richtung Cala Millor. Sehr unangenehm war die enge Strasse mit einer Mauer und ohne Seitenstreifen. Aber schon nach 1,5 km konnten wir nach Cala Morlanda abbiegen. Und wir haben ja genug Fahnen und Schilder die im Winde wehen und sicher gut gesehen werden. PS : Allen Radreisenden und Fernradlern wünschen wir ein Frohes Osterfest
Freitag 29.03.02 : Mallorca - ein karibischer Morgen... - denkt man an einen Hurrican, der gerade über die Antillen hinwegfegt. Das Schauspiel aus Wellen, Sturm und Brandung ist beeindruckend. Mallorca bekommt Wasser - nicht mit einem Tankschiff, wie oft im Sommer wenn die Speicherbecken stocktrocken sind. Ein Tag wie wir ihn so noch nie auf unseren Radreisen erlebten - kein Tag zum Radfahren mit den Kindern. Auch so kann Mallorca sein. Aber das Wetter ist der einzige Faktor den wir nicht beeinflussen können. Wir machen halt das Beste daraus.
Samstag 30.03.02 : Mallorca bei Freunden. Wir wollten eigentlich nur übers Radreisen berichten. Aber viel Gelegenheit hatten wir noch nicht. Aus dem Auto beobachtet können wir nur feststellen : Die Hauptstrasse zwischen Santanyi und Cala Millor ist nicht unbedingt der Ort für Familienradtouren. Das Gesicht der Strasse ändert sich ständig. Mal hat sie einen wunderbaren Randstreifen, mal ist sie eng und umgeben von Mauern und sehr kurvig. Wir werden sie meiden, so oft wir können und eher Schotterwege bevorzugen. Mallorca - deine Mandelbäume sterben. Ja es bedrückt schon, wie die Parasiten die Bäume schwächen. Auch hier hat Mallorca ein Umweltproblem.
Sonntag 31.03.02 : Unsere Kleinen sind krank. Auf unseren vorhergehenden Radreisen haben wir fast ausschließlich gezeltet. Ob auf Island, den Lofoten oder in Schweden. Nie waren unsere Kinder krank. Sicherlich auch deshalb, da ihre Körper mit der Natur verbunden waren. Aber so schnell wie das Fieber kommt, so schnell ist es auch wieder fort. Wir beobachten die Kinder, halten sie im Arm. Ihr Körper schafft es, die Infektion zu besiegen. Fieber als Zeichen der Genesung und nicht als Zeichen der Krankheit. Zur Erholung radeln wir zum Punta d'es Pina. 20 km insgesamt bei herrlichem Wetter.
Montag 01.04.02 : Tour de Cala Ratjada (30 km). Es ist Ostermontag. Die Uferpromenade ist überfüllt. Wir kommen kaum mit den Fahrrädern durch. Eine Zeitung meldet einen Rückgang der Hotelbuchungen für die Zeit über Ostern um 50%. Was ist wenn alle Hotels belegt sind? Auch deshalb ist Mallorca zur jetzigen Zeit eine bessere Wahl - auch wenn's mal regnet. Auch die Straßen sind nicht so überfüllt. Die Tour - eine kurze Beschreibung : Wir radeln Richtung Norden. Bei km 4,5 in Port Nou - Abzweig Richtung Artà. Bei km 8 bei Pula (Golfplatz) Abzweig Richtung Capdepera. Bei km 11 Passtrasse über den Tunnel mit leichten Steigungen. Bei km 13 - Abzweig nach Cala Canyamel. km 14 Besichtigung der Torre de Canyamel. km 18 - Fußgängerbrücke über den Fluss und Weiterfahrt nach Capdepera. km 23 Abzweig auf Fernstrasse Richtung Capdepera. km 26 - Besuch der schönen Schloßanlage des Castell de Capdepera. km 30 - Hafen von Cala Ratjada und Rückfahrt nach Cala Millor mit dem Boot (25€). Während der Rückfahrt werden wir gewahr, dass es wirklich keine Möglichkeit gibt am Ufer entlang die Tour zu legen. Steile Felsen und unwegsames Gelände. In Cala Millor beenden wir die Tour und die Kinder können endlich im Sand spielen.
Dienstag 02.04.02 : Im Fernsehen ein paar Bilder von Teneriffa. Land unter oder noch schlimmer - Land unter Land. An der Nordseeküste blauer Himmel wie in Goethes Osterspaziergang. Mallorca liegt so dazwischen. Es duftet nach Regen und der Strand ist fast futsch. Da sitz ich hier und kann endlich meine Gore-Tex-Jacke ausprobieren. In Schweden konnte ich das nicht. C'est la vie.
Mittwoch 03.04.02 : (25 km) Es ist warm, aber es regnet. Na und ? Trotzdem machen wir eine Tour. Nichts besonderes. Manches haben wir schon gesehen. So langsam wiederholen sich die Straßen. Aber trotzdem entdeckt man immer wieder schöne Ecken. z.B. den Ort San Llorenc. In einem kleinen urigen Restaurant essen wir zu Mittag. Wir wählen aus zwei Menues del Dia für 5,15 € : Vorspeise + Hauptgericht + Nachspeise. Ausreichend und gut. Wie gesagt, ein paar Kilometer von den Touristenzentren entfernt spüren wir das wahre Mallorca und die Preise wurden nicht 1 zu 1 (DM zu €) konvertiert.
Donnerstag 04.04.02 : Ein absoluter Regentag. Die Stimmung der Hotelgäste ist schon etwas gedrückt. Nie mehr Mallorca. Für uns nicht. Wir tun etwas, was wir noch nie getan haben im Urlaub : Rumhängen und sitzen vor der Glotze.
Freitag 05.04.02 : (42 km) Der letzte Tag. Mallorca von seiner besten Seite. Als ob die Insel um Verzeihung bittet. Na komm, so schlimm war es auch wieder nicht - für uns. Aber ohne Fahrräder können wir uns keinen Mallorcaurlaub vorstellen. Wir radeln nach Cala Canyamel auf nun schon bekannten Straßen. Zum Abschluss spielen die Kinder noch am Strand. Endlich. Ein bisschen tun sie uns doch Leid, dass sie nicht so viel buddeln konnten. Spätestens in Schweden wollen wir das doch mehr berücksichtigen.
Samstag 06.04.02 : Abreisetag. Keine Besonderheiten, wenn nicht der Fahrradtransfer wäre. Der Busfahrer hatte natürlich seine Kommentare zu unserem Gepäck und natürlich zu den Fahrrädern. Gut dass wir den Transfer schon bezahlt hatten und somit unseren Anspruch geltend machen konnten. Aber irgendwie klappt trotz modernster Datenverarbeitung die Information nicht.
Die Tour ist aus. Nicht Mallorca - sondern nur ein kleiner Teil an der östlichen Küste. Natürlich war es keine Radreise im eigentlichen Sinne. Und wenn wir über einen Pauschalurlaub auf Mallorca berichten, kann sich so mancher der Radreisefangemeinde das Grinsen nicht verkneifen. Aber darum ging es uns auch nicht. Wir wollten nur selbst erfahren, ob genussvolle Familienradtouren auf Mallorca möglich sind. Wir könne sagen - ja, auch wenn die Verkehrsbedingungen nicht immer ideal waren. Das wussten wir vorher und werden später detaillierter berichten. Und den Pauschalurlaub haben wir vornehmlich aus Kostengründen gewählt. Denn mit individueller Anreise usw. wäre uns das doppelt so teuer gekommen. Warum sich abends nicht auch mal verwöhnen lassen und die hohen Wellen vom Hotel aus ehrfurchtvoll bewundern. Wir haben es nicht bereut. Keine Radreise, aber ein schöner Urlaub ist zu Ende.
4unterwegs
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| zuletzt aktualisiert: Sunday, 20. May 2007 |