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Tour 6,5 |
Familienfahrradtour - 2 von 4unterwegs |
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| Tourplan |
Spielplatzsurfen von Düsseldorf nach Berlin |
30. April - 17. Mai 2002 |
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Wir hatten uns kurz entschlossen : auf nach Berlin - in die Heimat. Jakob nahm mich mit. Der Sohne mit dem Vater. Jakob war knapp 2 Jahre alt. Deshalb wollten wir Etappen über 50 km weitestgehend vermeiden. Von der Tour wollten wir online berichten, was aber nicht immer einfach war. Denn allein mit dem Knirps unterwegs zu sein ist schon ein 25-Stunden Job (pro Tag). |
Legende :
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Wettersatellitenfoto
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| Etappe 1 | Düsseldorf - Witten (65 km) | Di 30.04.02 | |||||||||||
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Guten Tag liebe
Kicherbohne !
Mann, war das ein Tag. Die Sonne schien so wunderschön. Glaube nicht dem Wetterbericht. Da macht die Tour de Frosch gleich doppelt so viel Spaß. Wir starteten um 10.15 Uhr. Nach 21 km waren wir dann in Essen - Kettwig an der Ruhr. Endlich wieder Flachland. Vadder hatte mächtig gepustet als er in Ratingen - Hösel einfuhr. Bei Essen-Werden hatten wir Mittagsrast auf einem Spielplatz. Die Reispfanne á la Lidl war echt lecker. Bei km 28 waren wir am Baldeneyer See, bei km 35 in Kupferdreh. Vadder wollte nicht dem großen Ruhrbogen folgen und machte sich an die Hügel bei Langenberg. Sollte ´ne Abkürzung sein. Aber ich ahnte es schon. Am Ende dauerte das alles viel länger. Als wir bei km 45 in Hattingen waren, hatte Vadder schon richtig dicke Waden. Ich konnte aber schön in meinem Schlafwagen schlafen - bis 16.30 Uhr. Da ich aber ruhig blieb, hatte Vadder das schamlos ausgenutzt und ist bis Witten durchgeradelt. Die letzten 10 km entlang des Kemnader Stausees begleitete uns noch ein netter Radler. Er selbst macht auch immer Touren mit seinen Kindern. Na, da wollte ich mich ja auch von meiner besten Seite zeigen. Exakt nach Plan waren wir gegen 18.00 Uhr am Haus in Witten. Wenig später kamen noch Sophie und Mama dazu. Mann, sind wir jetzt 'ne nette Runde mit einem wunderschönen Dach über dem Kopf, ähnlich wie beim Sheraton. Und lecker Essen gibt es auch. Außerdem habe ich jetzt gelernt, dass man eine Fernbedienung nicht nur als Handy benutzen kann. Danke liebe Elke und lieber Ulrich. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 2 |
Witten - Wickede (Ruhr) |
Mi 01.05.02 | |||||||||||
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Entlang des Ruhr-Radwanderweges |
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Liebe Kicherbohne ! Ich glaubte natürlich schon, dass wir kurz vor Berlin waren. "Vadder, nur einen Spielplatz hatten wir gestern besucht und das nennst Du Spielplatzsurfen ? Und überhaupt, nach dem Abend müsste die Tour eigentlich Tour de Veltins heißen.“ Heute führte die Etappe entlang der Ruhr bei herrlichem Wetter. Sophie, Mama und Elke hatten uns noch 10 km Ruhr-aufwärts begleitet. Sophie auf ihrem eigenen „Skotty“. Sie mußte ja auch die Strecke wieder zurückradeln und dann bei Gegenwind. Tolle Leistung. Wir hatten noch einen Mann auf dem Liegerad getroffen, just als ich Mama, Sophie und Frau Elke Tschüssi sagen wollte. Also, auf einem Liegerad liegt man, wie auf einem Sofa. Echt bequem. Muss man nur ein bisschen strampeln. Wie Babys eben. Viele Grüße an das Liegeradbaby von Witten.(mit Schnauzbart). Von Wetter an der Ruhr aus kombinierten wir unsere Tour für ein paar Kilometer mit einer Flusskreuzfahrt. Vadder wollte ja nur unsere Pause optimieren. Spielplatz auf´m Schiff sozusagen und dabei 5 km talaufwärts. Dann ging es über Westhofen (bekannt aus allen Staumeldungen), Schwerte und Fröndenberg nach Wickede. Nahe dem Wehr an der Ruhr campen wir nun das erste Mal in Deutschland wild. Komisch dabei ist die Nacht super ruhig. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 3 | Wickede – Velmede (55 km) | Do 02.05.02 | |||||||||||
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Hallo hallo, liebe Kicherbohne ! Irgendwie hatte ich meine Mütze verschusselt. Petra hat sie leider nicht gefunden. Na ja, ich hatte ja noch 10 Ersatzmützen. Vadder wusch sich in der Ruhr. Sollte keine Angeberei sein, aber er wurde gar nicht fleckig im Gesicht. So sauber ist die Ruhr. Am Morgen überlegten wir uns die Alternativroute über Brilon zu wählen und sagten unseren Dachgebern entlang der geplanten Route ab. Denn an der Ruhr zu radeln erschien uns doch reizvoller als der Kaiserroute zu folgen, die über den Teutoburger Wald hinter Paderborn führte. Vadder sollte ja auch nicht vorher schlapp machen. Gleich um 09.15 Uhr ging es los in Richtung Arnsberg, aber zunächst über Voßwinkel. Dort in der Nähe gibt es auch einen sehr schönen Wildwald. Wir wanderten dort, ich natürlich im Bollerwagen. Besonders haben mir die Hirsche, die Hasen, die Sau, das Pferd und viele andere Tiere gefallen. An unserem Ziel bei Bestwig hatten wir auch schon fast 300 Höhenmeter. Es war ein wunderschöner Rastplatz, errichtet von einem Schützenverein. „Danke lieber Schützenverein.“ Am rauschenden Bach spiele ich jetzt neben der Schutzhütte, in die Vadder unser Zelt errichtet hat – wegen des möglichen Regens. Nun kocht er mir lecker Brei. Es ist ja auch schon fast 08.00 Uhr abends. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 4 | Velmede - Marsberg (54 km) | Fr 03.05.02 | |||||||||||
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Meine liebe Kicherbohne!
Der Tag fing ja ganz niedlich an : Sonne, sanfte Wege bis Olsberg. Aber dann musste ich mich richtig leicht machen. Über Antfeld nach Brilon ging es oftmals mit 10% Steigungen. Natürlich verfehlten wir die Abfahrt, aber lieber 2 km extra retour als 200 Höhenmeter wegschmeißen. Wir kehrten also um. In Brilon gab es eine vollautomatische Schwimmhalle. Sie hatte aber leider nicht auf. Hinter Brilon ging es stramm bergauf. Es begann zu regnen. Aber kurz vor Hoppecke ging es nur noch bergab. Sagenhaft, diese Geschwindigkeit . Ich hatte mich andauernd beim Bäumezählen verzählt. Da reifte in Vadder der Entschluss bis Marsberg zu radeln. Das lief bis auf unseren Umfaller auch ganz gut. Ab und zu hab´ ich aber gebrüllt, damit Vadder nicht bis Berlin durchfahren würde. In Marsberg haben wir unseren ganzen Finanzplan umgehauen. Wir nahmen was da kam, Hauptsache trocken. Glatte 60 Euro für die Pension. War ja auch mal nett. Jetzt verbringen wir einen ganz fiesen Nachmittag. Links die Chips rechts die TV-Fernbedienung, die ich natürlich auch als Handy benutze : "Hallo, Hallo" Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 5 | Marsberg - Warburg (30 km) | Sa 04.05.02 | |||||||||||
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Mensch Kicherbohne ! Welch ein Morgen – vorwärts - zurück ins Bett. Aber Gegen 11.00 Uhr ging es los und wir folgten dem Radwanderweg R8. Nach dem Regen glich der Weg eher einem Amazonastrail. Vadder go, plus meine 10 Ersatzmützen. Aber heute stand nur Warburg auf dem Plan. 30 Km – das war zu schaffen. Aber keinen Meter mehr. Auf dem Campingplatz hatten wir dann nur noch mit dem Trocknen der Sachen zu tun. Ich hab´ mich aber immer verdrückt. Sehr zur Freude der Campingplatzbesitzerin. Nachdem Vadder ihr von meiner Joghurtmaske erzählt hatte, war sie so entsetzt und suchte Schutz bei ihrer Katze. Dabei sah ich richtig schön aus und auf der Beautyfarm kostet so was richtig viel Geld. Dann pfiff noch eine Gaspatrone von unserem Campinggazkocher ab, just in dem Moment als sie wieder zu uns kam. Na, das war vielleicht eine Überraschung. Wir konnten jedenfalls verhindern, dass sie die Feuerwehr alarmierte. Gerade noch so. Abends beichtete mir meine liebe Schwester Sophie per Telefon, dass sie an dem geplanten Herrentags-Wochenende zwei Einladungen zum Kindergeburtstag hatte. Ok Schwesterlein, dann fahren wir ab jetzt in Richtung Nordharz – ohne Göttingen und Braunlage zu besuchen. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 6 | Warburg - Boffzen (52 km) | So 05.05.02 | |||||||||||
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Höxter |
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Hey Kicherbohne ! Der Herr vom Zeltplatz hatte recht : "Steigt auf die Warburger Börde und dann kommt ihr gut nach Beverungen" hatte er gesagt. Wir hatten gut gewählt : über Dössel, Borgentreich, Dallhausen entlang der Bever. In Beverungen bekamen wir einen Schreck. Die Weser hatte soviel Hochwasser, dass die Radwege zum Teil unpassierbar waren. Wir staunten und Vadder hatte wenig später gleich nasse Füße. So folgten wir der Bundesstraße und kamen gegen 16.00 Uhr in Wehrden an. Wir hatten die Absicht mit der Fähre überzusetzen. Aber wir hatten wohl nicht richtig auf die Karte geschaut - dort gab es gar keine Fähre mehr. So folgten wir mit Bangen den Weserradweg und mussten auch umkehren. Man gönnt sich ja sonst nichts. In Boffzen (bei Höxter an der Weser) endlich angekommen, konnte ich mich so richtig wie bei Dir liebe Kicherbohne fühlen. Ich hatte so schön mit dem kleinen Micha und seiner Puppenstube gespielt. Endlich Urlaub. Und als Geschenk bekam ich noch ein Chicco-Hündchen. Mit dem gehe ich jetzt immer auf Gassi. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 7 | Boffzen - Markoldendorf (49 km) | Mo 06.05.02 | |||||||||||
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Donnerlüttchen Kicherbohne ! Wollte Petrus uns weichspülen ? Das würde er ja sowieso nicht schaffen. Bin doch ein Frosch. Jedenfalls hätte er mal aufhören können mit diesem Wetter. Hatte bald keinen Bock mehr. Nach 10 km stetigen Steigungen mit 200 Höhenmetern von Holzminden aus und Wasser aus Kannen, wollte ich wieder eine trockene Umgebung haben. Da ich darüber noch keine langen Referate halten kann, gibt es natürlich immer nur zwei Möglichkeiten meinen Wünschen Ausdruck zu verleihen. Laut oder leise. Natürlich verstehen das viele Große nicht und glauben : der arme Kleine. Aber ich bin nicht arm, mit dem Fahrrad unterwegs gehört mir die ganze Welt. Außerdem habe ich es in meinem kombinierten Schlaf- , Speise- und Spielwagen sehr bequem. Da Vadder nicht aufgepasst hatte, bereitete ich mir heimlich einen leckeren Brei vor. : Milupa + Regenwasser + Gummibärchen + dazu ein Würstchen und einen Apfel, alle Kekse und natürlich als Bindemittel Schokolade. Was so nach dem Einkauf rumliegt. Er wird schon sehen wie er das wieder aus dem Fellchen kriegt. Es ist gleichzeitig ein künstlerisches Spiel mit verschiedenen Materialien. Projekt Misch-Matsch sozusagen. Wie in der Kita. In Markoldendorf bekamen wir Rettung durch Thomas und Martina, bei denen wir die heutige Nacht verbringen werden. So nun fallen mir meine Äuglein zu. Kicherbohne, ich wünsch´ Dir eine Gute Nacht. Dein Jakob von 4unterwegs. |
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| Etappe 8 |
Markoldendorf - Bad Gandersheim (30 km) |
Di 07.05.02 | |||||||||||
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Hallo liebe Kicherbohne! Der Morgen sah ja aus wie jeder Morgen der letzten fünf Tage – grau in grau. Doch das haut ja bekanntlich den dicksten Frosch nicht um. Da ließen wir uns erstmal Zeit mit dem Packen. Dieses alltägliche Ritual endete gegen 10.30 Uhr und wir brachen auf. Und just in jenem Moment ließ sich die Sonne blicken. So sah sie also aus. Ihren hellen Schein hatte ich schon fast vergessen. Nach 8 km waren wir schnell in Einbeck. Einbeck ist eine schöne alte Stadt im Harzer Vorland und besonders bekannt durch ihr Gebräu. Bis dahin war es noch relativ flach. Dem Radweg R1 auf der Bundesstraße zu folgen war angenehmer als wir vermuteten. Doch die Leine hatte Hochwasser und wir mussten vorzeitig den Radweg verlassen und bei Olxheim dem östlichen Leineufer folgen. In Bad Gandersheim angekommen nahmen wir erst mal ein paar Tortillini zu uns. Da die letzten Tage doch recht anstrengend waren und es heute wieder sehr schön war, meldete Vadder uns bei der Dachgeberin Monica an. Jetzt sitzen wir in einer netten Runde bei Tee und Rotwein, denn vorhin kam noch ein Ehepaar aus Eisenach hinzu. Für mich gibt es lecker Salzstangen - aus ökologischem Anbau versteht sich. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 9 | Bad Gandersheim - Innerstesteusee (38 km) | Mi 08.05.02 | |||||||||||
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endlich im Harz |
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N'Abend Kicherbohne ! Monica musste heute zum Zahnarzt und hatte quasi schon die Hosen ... Aber ich kannte das ja. War normal. Bis alles verstaut war, konnte ich noch im Garten spielen. Zum Abschied hatte ich noch Serviettenringe in die Schuhe verteilt. Ich glaube, das ist ein alter Brauch der Wikinger – oder vielleicht auch nicht. Ich hoffe wir können noch mal wiederkommen. Die Etappe war sehr gemütlich – für mich. Wir folgten ausschließlich dem Radfernweg R1 und hinter Bad Gandersheim ging es erst einmal über 9 km nur bergauf, nicht steil aber stetig. Über eine Stunde lang bot sich mir ein phantastisches Panorama über das Harzer Vorland. In Bornhausen erkundeten wir einen wundervollen Rastplatz, mit Spielplatz am Teich. In Langelsheim entschlossen wir uns nach eingehender Beratung nicht weiter bis Goslar sondern zum Campingplatz am Innerstestausee zu fahren. Die 6 km von Langelsheim zum Stausee fuhren wir über einen super Radweg der auf einem ehemaligen Bahndamm errichtet wurde. Und so gelangten wir ganz schmerzfrei mitten in den Harz. Die Leute waren sehr nett zu uns, auch der Chef. Nachdem ich die Sanitärräume begutachtet hatte, hing gleich später ein Schild : „Kinder unter 6 Jahren dürfen nur in Begleitung der Erwachsenen die Sanitärräume betreten“. Na - da soll noch einer sagen, wir Minis hätten keinen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. Jetzt muss Vadder immer mit, wenn ich auf´m Klo spielen will. Woher wusste der Chef eigentlich, dass ich noch keine 6 bin ? Doch jetzt sitzen wir am Ufer des Stausees neben der Slipanlage auf der 3. Terasse. Denn der eigentliche Zeltplatz ist abgesoffen und liegt im Stausee und einige Wohnwagen auch. Vadder und ich genießen diese wunderschöne Landschaft, die ihn an Kanada erinnert. Übrigens habe ich schon wieder was gelernt : Autos fahren meist mit Benzin und Diesel, Radfahrer mit Bier und Rotwein (nach der Tour) und Dauercamper verbrauchen Unmengen von Bier. Wofür, das weiß ich allerdings noch nicht. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Ruhetag | Innerstestausee - Lautenthal (retour) (15 km) | Do 09.05.02 | |||||||||||
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am Fuße des Harzes |
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Christi Himmelfahrt oder Vaddertag – Ruhetag – Ausflug nach Lautenthal und Besuch des Silberbergwerksmuseum. Ruhetag nannte Vadder das. Nicht mal faul rumsitzen den ganzen Tag war drin. Aber dafür habe ich ja auch was ganz Interessantes gemacht. Ich bin mit der Grubenbahn in einen alten Bergwerksstollen eingefahren. Richtig finster war es da drinnen. „Cool bleiben“ habe ich mir gesagt. Einen Helm musste ich nicht tragen – meine Rübe ist doch noch etwas klein. Über 500 Jahre hatten Bergleute hier rumgehämmert. Anfangs brauchten sie um einen Meter Stollen aufzuhämmern glatte 3 Monate und das 16 Stunden täglich. Deshalb gab es damals keine Fahrräder – man hatte ja gar keine Zeit zum Radeln. Zum Schluss fuhren wir noch mit einem Boot auf einem Unterwasserkanal der ehemaligen Erzschifffahrt. Vielleicht wie die Kanalisation unter Paris, nur dass es nicht so streng roch. Ein Ehepaar aus dem Allgäu berichtete von ihrer Tagestour durch den Harz – fast 90 km. Ich muss schon sagen – die Dame sah ja auch noch knackig aus. Jetzt stehe ich am Kaninchengehege und genieße diesen wundervollen Abend. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 10 | Innerstestausee – Bad Harzburg (30 km) | Fr 10.05.02 | |||||||||||
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Hallo Kicherbohne ! Auch heute war es wieder schön und ich glaube, dass das für den Rest unserer Tour so bleiben wird. Bis hinter Langelsheim ging es über viele Kilometer nur talwärts. Bis Goslar folgten wir der Bundesstrasse und das war kein Problem. Goslar selbst ist eine bezaubernde alte Stadt. Da die Leute ganz fein gekleidet waren, legte ich auch meine feinste Tuche an. Deshalb das viele Gepäck. Obwohl nur wenige Steigungen bis Bad Harzburg zu bewältigen waren, musste Vadder bis zum Campingplatz doch kräftig in die Pedalen treten. Der Zeltplatz lag ca. 4 km außerhalb der Stadt und natürlich hinter einer Anhöhe. Das kann schnell einen Zeitplan umhauen. Wir wählten aber diesen Zeltplatz, da er noch ein Schwimmbad hatte, doch erlebten wir gleich zwei böse Überraschungen : 1. Vadder kam vom Örtchen mit leicht zugekniffenen Augen und auf eine Körpergröße von 1 m reduziert. Was hatte der Arme? Ach ja - kein Papier. Eine Dame am Abwasch war so nett ihm mitzuteilen, dass der Zeltplatzchef auf Papier ganz verzichtet. Na schönen Dank auch. Mit Windel wäre das nicht passiert. „Sag mal Vadder, gibt es in Russland auch kein Toilettenpapier?“ 2. Dann das Schwimmbad. Da stand ich nun im Kinderbecken. Alles piek fein, aber a...auakalt. Da klappern ja meine Milchzähne. Vadder hat mich gleich verstanden und mich in die Sauna zum Aufwärmen gebracht. Das hätte er nicht tun sollen. 18 Euro für uns sollte das nochmals kosten. Na dann mal Danke und schnell weg. Abends hatte ich noch zwei Spielkameraden aus Chemnitz gefunden. Unser Zelt steht ja direkt neben dem Spielplatz. Jetzt liege ich im Zelt in meinem Schlafsack und draußen donnert die Brockenhexe. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 11 |
Bad Harzburg - Klein Wanzleben (82 km) |
Sa 11.05.02 | |||||||||||
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Hallo Rennkicherbohne ! Das sage ich, weil wir von Bad Harzburg bis Halberstadt wie im Rennen fuhren (ca. 40 km). Die Mühen um in den Harz zu kommen, hatten sich gelohnt. Jetzt ging es talwärts. Und ich genoss den schönen Ausblick auf den Brocken. Aber irgendwie war es anders als zuvor. Wegen des Kopfsteinpflasters schüttelte es manchmal so mächtig, dass mir der Schnuller aus dem Gesicht fiel. Da hab´ ich dann gebrüllt, Vadder sagte mir, wir wären jetzt im wilden Osten. Na ja, wenn der so wild ist, dann kann ich das Schütteln verstehen. Auch waren die Häuser anders, mal ganz neu und wunderschön, ein andermal wie eine Ruine. Aha, der wilde Osten. Doch auch die Menschen waren anders. Wie ? Das ist mein Geheimnis, ich will doch keinen Ärger. Bin ja selbst Subossi oder Subowwi ? In Halberstadt packte Vadder gerade unseren Küchenblock aus, als ein Wolkenbruch losging. Später sollten wir erfahren, dass Thüringen im Wasser versinkt. Doch den Rest der Mittagspause verbrachten wir beim Chinesen und einer kleingemachten Ente. In Halberstadt wurde viel gebaut. Viele verfallene Häuser wurden vor dem Abriss gerettet. Der Dom und viele Kirchen wurden und werden restauriert. Nur Arbeit gibt es nicht viel. Ich muss mich ja noch nicht darum kümmern. Babys dürfen ja noch nicht arbeiten. Da wir gut bis Halberstadt kamen, beschloss Vadder bis Klein Wanzleben weiterzufahren. Das war ja anfangs noch gemütlich, aber verirrten wir uns mehr und mehr auf Holpelwegen und in Rapsfeldern. Der Schnuller flog mir wieder aus dem Gesicht. Hinter Oschersleben haben wir uns noch verfahren. Danach war Schluss mit lustig. Schließlich hatte ich die Hosen voll. Outdoormäßiges Windelwechseln am Straßenrand. Na danke. Nachdem ich Vadder drei Stücke Schokolade und eine Dröhnung Gummibärchen abgebrüllt hatte, war ich bereit für die restlichen 12 Kilometer noch mal mein Führerhaus zu besteigen – aber keinen Meter weiter. Jetzt endlich sitze ich bei den Dachgebern Friedrich und Karin und Vadder schreibt was nettes ins Gästebuch – in meinem Auftrag : Bei Km 570 am 12. Tag fuhren wir hier ein Und fanden vor dies liebevolle Heim Von Bad Harzburg nach Klein Wanzleben trug Vadder am Wagen schwer Die Bewirtung war groß, er trank alle Flaschen leer Wieder hat ein Dachgeber die Etappe gerettet Und uns auf weiche Federn gebettet So haben wir neue Freude gewonnen Auf der Tour de Frosch werden wir zum Ziele kommen Von D nach B so ist´s geplant Am 16.05. werden wir dort sein angelangt Zu lesen unter www.4unterwegs.de Auch wenn wir waren nur zu zwee Lebet wohl und habt vielen Dank Und werdet niemals krank Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 12 | Klein Wanzleben - Burg (54 km) | So 12.05.02 | |||||||||||
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Liebe liebe Kicherbohne ! Gib mir Rachengold. Denn erst bei 100 dB fängt Vadder langsam an zu reagieren. So hab´ ich ihn schon mal davon abgebracht, bis Genthin durchzubrettern. Und bis zum Zeltplatz bei Parchau hatte ich auch schon keine Lust mehr. Bei 110 dB stand für ihn fest – keinen Meter mehr. Und wie durch ein Wunder tat sich der Wald auf und gleich hinter Burg nahm uns ein kleiner Campingplatz auf. Neben einem Teich mit Fröschen und Goldfischen, neben Hahn, Henne, Pferd, Ziege und Hängebauchschwein. Alles Getier ist sehr interessant. Doch wie war die Etappe bis hierher? Bis Magdeburg (22km) ging es ab wie die Post. Magdeburg hat Radwege, da träumt Düsseldorf noch davon. Durch die BUGA sind Magdeburg, sein Elbufer und die Elbauen sehr anziehend geworden. Nur einen vernünftigen Spielplatz konnten wir nicht finden. Ja, ja so ist das. Für uns Kleinen ist dann kein Geld mehr übrig. Doch im Erlebnisbad Nautica wurde ich entschädigt. Und das Personal war total hilfsbereit. Wasserspielend verbrachten wir die Mittagszeit und fuhren anschließend über Gerwisch nach Burg entlang der B1, die einen breiten Seitenstreifen für Radfahrer hat. Im Osten hat sich viel getan und man findet auf der Radkarte noch nicht alles vor. Auf den letzten Kilometern bis Burg überholten wir locker mit unserem Trek hunderte von staugeplagten Autos, die auf dem Weg nach Berlin den wasserüberfluteten Abschnitt auf der A2 nicht mehr passieren konnten. – So liebe Kicherbohne, jetzt ist das Zelt auf. Vadder wollte mich in den Schlaf kuscheln und jetzt schläft er selbst. Nun kann ich ausbüchsen. Schnell noch alle Sachen verstreut und raus in die Natur. Ein sternklarer Himmel – wie schön doch das Ausbüchsen ist. Wo geht´s denn hier zum Hahn? Doch wer kommt da - die Campingnachbarn und der Chef. Jetzt muss ich wieder zurück und Vadder guckt verwundert. Übrigens habe ich heute gelernt, dass mit der Erhöhung meiner Brüllstärke um 10 dB sich die Anzahl der Schokoladenstückchen und Gummibärchen um das Quadrat erhöht. Na ja die Erzieherinnen der Kicherbohne werden das schon wieder richten. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 13 | Burg - Kirchmöser (55 km)- | Mo 13.05.02 | |||||||||||
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Moin Moin Kicherbohne! Nachdem ich gestern meine eigene Tour machte, hat Vadder ab heute die Höchstsicherheitsstufe „Rote Klingel“ aktiviert. Der Zeltreißverschluss wird zukünftig mit 4-fach-gehärtetem platinveredeltem Konterdraht gesichert. Kurzzeitig hatte Vadder auch über die Anschaffung eines hochsensiblen Bewegungsmelders,der eine 4 MegaWatt Alarmanlage ansteuern sollte, nachgedacht. Doch wegen des zusätzlichen Gewichts von 3 Tonnen, das eine Umrüstung des Fahrrades auf Walzenreifen erforderlich gemacht hätte, wurde dieser Gedanke wieder verworfen. Dann hätte sich auch unsere Tour möglicherweise um 2 Monate verlängert. Das Leben ist eben ein Kompromiss. Nachdem ich mich von den Fröschen verabschiedet hatte ging es gegen 10.00 Uhr los. Ein paar Kilometer fuhren wir auf der B1 und machten in Parchen auf einem herrlichen Spielplatz Mittag. Zuvor trafen wir den Radler Walter, der sich an der Verspeisung der leckeren Nudeln beteiligte. Später ging es echt treckingmäßig über Wald - und Feldwege. Jetzt sitze ich in Kirchmöser bei einer Geburtstagsfeier im Kanuklub. Vadder hat gesagt, dass die kleinen niedlichen Fläschchen wohl sicher nichts für mich wären – und nach einer Probe muss ich sagen : "Bäääääähhhhh !!!" - er hat recht. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 14 | Kirchmöser - Potsdam (53 km) | Di 14.05.02 | |||||||||||
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Guten Abend Du Kicherbohne ! Südlich des Plauer Sees fuhren wir über z.T. schmalen Holperwegen nach Brandenburg. Aber im Wald und am See war es sehr schön. Je schlechter der Weg, desto schöner die Landschaft. Bei Malge spielten Tausende Frösche verrückt. So einen Krach zu machen. Ich bin doch auch ein Frosch – schrei ich denn so ? Hinter der Stadt Brandenburg in einem großen Einkaufszentrum machten wir dann Mittag. Das war gut so. Denn gleich nach unserer dortigen Ankunft brach der Himmel über uns ein und es schüttete wie aus Kannen. Der Herr steht den Tapferen bei – wieder mal. Bis Werder konnten wir der B1 fast immer auf Radwegen folgen. Die meiste Zeit, wenn Vadder radelt, schlafe ich. Das haben wir schon gut getaktet. Gegen 16.00 Uhr kamen wir im Schlosspark Sanssouci an. Einen Spielplatz suchten wir vergebens. Der ganze Park ist ja ein Spielplatz. Der Alte Fritz hatte ja schon immer ein Herz für Kinder. Jedenfalls hatte er ganz viele Kletterstufen zu seinem Schloss bauen lassen. Das finde ich gut. In der Fußgängerpassage wurden wir von einigen Passanten bewundert – wegen unserer Tour. Ist doch nichts besonderes – das machen wir öfter und immer ohne Sponsor. Unsere Dachgeber Anke und Werner waren soooo lieb zu mir. Na ja, ich bin ja auch richtig knuffig. Jakob der Frosch von 4unterwegs |
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| Etappe 15 | Potsdam - Berlin (48 km) | Mi 15.05.02 | |||||||||||
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Ick jrüße Dir, meene Kicherbohne ! Unsere letzte Etappe war angebrochen. An der Glienicker Brücke stand geschrieben „30 km - Zentrum Berlin“ entlang des R1. Natürlich folgten wir ihm durch den Stadtwald vorbei an Schlösser und Seen. Am S-Bahnhof Wannsee wurde uns bewusst: wir sind ja schon in Berlin. Jetzt könnte man mit der S-Bahn ins Zentrum fahren. Aber nicht wir. Wir fuhren durch den Grunewald und durch meine Adern strömte ein Quell von Poesie: In den Berliner Grunewald Da hab´ ick mir verknallt Die Vögel singen scheeen Dort oben über Berlin Fährt ein neuer Zeppelin Und krabbelt auf den Turm Ich, Jakob, der kleine Wurm Und sehe ich über die Stadt Wie sich alles verändert hat Na ja, war ja mal ´n Versuch wert. Entlang der Bismarckstraße und der Siegessäule kamen wir gegen 14 Uhr am Brandenburger Tor an. Jetzt stehen wir davor, Vadder mit Rotkäppchen-Sekt in der Hand und es sieht schon komisch aus - das Tor. Aber es wird restauriert und das Plakat mit den schiefen Säulen ist volle Pulle lustig - eh. Und ick bin jetzt och een Berliner. |
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| Die Tour de Frosch ist zu Ende. Tschüssi... | ![]() |
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PS : Da ich die meiste Zeit im Anhänger gepennt hatte, gildet die Tour de Frosch nicht. Wir wiederholen das Ganze nochmal. Wohin ? Das wissen wir jetzt noch nicht. Vielleicht machen wir diese Tour. |
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| zuletzt aktualisiert: Saturday, 19. May 2007 |