2004

Tour 9

Familienfahrradtour - 4unterwegs

Tour de Kirschblüte

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Tourbericht

Lago Maggiore - Luganer See - Comer See

03.04. - 14.04. 2004

     
Zu Hallo Tour 9    
 

Noch in Arbeit - so´n büschen

 
     
Anreise  Coglio Samstag 03.04.04
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Wie geplant fuhren wir nachts nach Coglio. Der kleine Ort befindet sich gleich hinter Maggia flussaufwärts im gleichnamigen Tal. Nachts war in der Schweiz vom angeblichen Osterreiseverkehr nichts zu merken und wir wähnten uns schon im Niemandsland, da wir über weite Kilometer keinem Auto begegneten. Wir wählten die Route über den San Bernadino, die zwar 100 km länger war, aber uns den eventuellen Stau vor dem 17 km langen Gotthardtunnel ersparen sollte. Nach Passieren des ca. 6 km langen San Bernadino Tunnels begrüßte uns das Tessin erst einmal mit Schneetreiben und Regen. Das war ein Empfang! In Locarno und Ascona informierten wir uns sogleich über Alternativen des Fortkommens. Aber wie ursprünglich angenommen, sollte es keine akzeptable Möglichkeit geben, statt mit dem Rad auf dem Schiff nach Verbania zu kommen. In Coglio angekommen begrüßte uns Frau Campana während im Kamin schon das Feuer knisterte. Eine schöne Unterkunft für uns und beste Bedingungen, um die Räder und das Gepäck in Ruhe vorzubereiten. Dafür planten wir nicht zu wenig  Zeit ein. Wie wir feststellen durften, hatten wir für unsere Tour auch nichts vergessen. Das will schon was heißen. Dazu  brauchten wir immerhin  ca. 8 Jahre - Packtraining. Nachmittags ließ der Regen nach und wir konnten eine erste Probefahrt im Maggiatal unternehmen. Wie wir schon zuvor in Erwägung gezogen hatten, würden wir am Sonntag den 04.04.2004 unsere Tour starten. Und als gegen 21.00 Uhr endlich auch noch das Licht am Pino Brombeere erstrahlte, war alles perfekt. zoom in - Bild vergrößern

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Etappe 1 Coglio - Verbania (52 km) Sonntag 04.04.04

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Coglio - Maggia (327 m) (2 km) - Avegno (8 km) - Locarno (5km) - Ascona (3 km) - Valmara (8 km) -Cannobio (5 km) - Verbania (21 km)

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Der Tag begann wunschgemäß mit strahlendem Sonnenschein. Pünktlich um 10.00 Uhr starteten wir zu unserer tour de Kirschblüte. Die ersten 10km bis Ponte Brolla, wo sich das Maggiatal und das Centovallital trafen, waren gerade die richtige Einstimmung auf unsere Tour. Vorbei ging es an zahlreichen Wasserfällen entlang der Hauptstraße. Wir fuhren aber meist auf Radwegen. Das war ein Genuss. Das geringe Gefälle sorgte zudem für ein entspanntes Dahingleiten. Das endete aber abrupt in Ponte Brolla. Dann war zwar weiterhin eine Abfahrt angesagt, aber auf einer sehr verkehrsreichen, engen und kurvenreichen Straße. Hier entlang wollten wir auf keinem Fall zurück ins Maggiatal zum Tourende fahren.  Obwohl wir extra nach einem Radweg Ausschau hielten, konnten wir keinen entdecken. Das Radwegeschild nach Losone konnten wir nicht als Radweg in Richtung Ascona interpretieren. So konzentrierten wir uns auf den Verkehr, hielten den nötigen Sicherheitsabstand zueinander und zu den anderen Fahrzeugen. Das wurde nicht immer mit Verständnis quittiert. Das sollte sich auch auf der gesamten Tour nicht ändern. Hinter Ascona ging es für ca. 3 km erst einmal im Sonntagsverkehr auf der Strada 13 einer kurvenreichen und engen Straße. Ab Porto Ronco ging es bis zur Italienischen Grenze fast immer auf einem schmalen Rad- oder Fußweg neben der Straße  weiter. Nach Passieren der Grenze südlich von Brissago gab es zwar keinen Radweg mehr, aber die Straße war breiter oder hatte manchmal einen breiteren Randstreifen. In Cannobio war Markttag. Entlang der gesamten Uferpromenade reihten sich die Verkaufsstände einer nach dem anderen über ca. 1,5 km. Das Thermometer zeigte mittlerweile 29 C. Nach einer ausgiebigen Pause erkundigten wir uns bezüglich einer Weiterfahrt mit dem Schiff nach Verbania. Aber bis zur Abfahrt um ca. 17.00 Uhr hätten wir noch 3 Stunden warten müssen und so entschlossen wir uns, der Straße 13 weiterhin zu folgen. Wie nicht anders zu erwarten war, nahm der Verkehr gerade am Sonntagnachmittag zu. Bis Verbania kamen wir gut und unproblematisch voran, es gab kaum Steigungen zu überwinden. Wir wählten für die Übernachtung die Jugendherberge in Verbania, die wir sicherheitshalber schon vorgebucht hatten. Von der Jugendherberge aus bot sich ein phantastischer Blick auf die Bucht und deren Inseln. Die Nacht kostete 45 Euro, also 15 Euro pro Person. Jakob mit 3 Jahren brauchte noch nichts zu bezahlen. Die erste Etappe hatten wir glücklich überstanden, sicher auch weil die Kinder sehr diszipliniert waren und wir uns hundertprozentig auf sie verlassen konnten. Das machte es für die nächsten Etappen einfacher.

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Etappe 2 Verbania - Orta San Guilio (32 km) Mo 05.04.04

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Verbania - Mergozzo (11 km) - Gravellona (5 km) - Omegna (295 m)(6 km) - Orta San Giulio (10 km)

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Wir verließen Verbania entlang der Uferpromenade, die nach ca. 1 km auf die Fernverkehrsstraße führte. Nach weiteren 3 km konnten wir endlich auf die ruhige Straße nach Megozzo einbiegen und umfuhren auf ca. 9 km den Lago di Mergozzo und den Monte Orfano. Weiter ging es über Gravallo und Omegna zum Ortasee. Da dieser ca. 100 m über dem Niveau des Lago di Maggiore lag, folgten wir über 10 km der leichten Steigung. Am Ortasee war der Verkehr mäßig und wir bemerkten, dass lange Eisenbahnzüge beladen mit LKWs enlang des Ufers fuhren. Möglicherweise dürfen LKW`s  die Uferstraße nicht benutzen. Nach Ankunft auf dem Zeltplatz Orta bauten wir unser Zelt direkt am Ortasee auf. Noch gab es genug Platz. Die Nacht kostete ca. 18 Euro – Spezialpreis. Die Kinder fanden sich schnell mit anderen Kindern zusammen und spielten auf dem Spielplatz. Abends machten wir einen Veloausflug in die Altstadt, spazierten durch ihre engen Gassen und genossen den Blick über den See zur Insel San Giulio. Dabei kam uns die Idee,  die Reise am nächsten Tag von Pella auf der anderen Seite des Sees fortzuführen. Die Boote machten aber nicht den Eindruck, dass sie unsere Gespanne hätten aufnehmen können. Somit mussten wir auch auf den Besuch der Insel verzichten. Irgendwie fühlten wir uns an Malcesine am Gardasee erinnert, jedoch ging es hier nicht ganz so touristisch zu. Zurück schoben wir unsere Räder auf dem Wanderweg entlang des Nordufers der Halbinsel.

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Etappe 3

Orta San Guilio - Sesto - Angera (32 km)

Di 06.04.04

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Orta San Giulio - Gozzano (398 m)(6 km) - Borgomanero (6 km) - Angera (20 km)  

 

 

 

Die ersten 5 km waren leicht zu fahren, doch dann kam der erste anspruchsvolle Anstieg Richtung Gozzano. Schließlich liegt die Stadt ca. 60 m über dem Niveau des Ortasees. Wir beschlossen die weitere Route auf Nebenstraßen über Briga, Gattico und Sesto zu legen. Durch Maggiate kamen wir nur über einen kräftigen Anstieg weiter, den wir nur noch durch Schieben bewältigen konnten. Jakob half kräftig mit. Nach Passieren von Gattico konnten wir dann endlich die Höhe ausnutzen und gemütlich nach Sesto einfahren. Doch zuvor mussten wir durch ein Gewirr aus Autobahnauffahrten und Schnellstraßen finden. Um uns dabei zurechtzufinden, half uns ein italienischer Radfahrer. Neben der Auto-Eisenbahnbrücke am Badestrand gab es einen sehr schönen Spielplatz. Eine gute Gelegenheit für eine Pause. Weiter ging es entlang der Straße 629 Richtung Ispra. In Angera machten wir dann unseren alltäglichen Einkauf. Da jetzt unser Gepäck 10 kg schwerer war,  beschlossen wir den nahe gelegenen Zeltplatz de Cita aufzusuchen. Das war wirklich eine gute Wahl. Wir fanden einen der wenigen ruhigen Zeltplätze am Lago. Unser Zelt bauten wir auf der Wiese am Strand auf. Das war nicht korrekt, wie uns am nächsten Tag mitgeteilt wurde. Eigentlich hätten wir auf dem Schotterplatz zwischen den  Wohnmobilen stehen müssen. Wir waren froh über unsere Unkorrektheit.  

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Etappe 4

Angera - di Sasso - Brenta - Ponte Tresa (58 km)

Mi 07.04.04

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Ispra (5 km) -  Ponte Tresa (53 km)  D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urs aus der Schweiz hatte uns auch für diese Etappe einen Vorschlag gemacht. Die Straße 629 kann man meiden, indem man auf östliche Nebenstraßen ausweicht. Aber der Verkehr war nicht so schlimm und wir fuhren die 15 km bis Santa Caterina di Sassa auf der Hauptstraße. Unterwegs kamen wir an dem Campingplatz von Ispra vorbei und wir waren froh, dass wir die Nacht nicht auf ihm verbracht hatten. Die Uferstraße und die Eisenbahn sorgen sicher für genügend Geräuschkulisse, um sich unwohl zu fühlen. Gegen Mittag kamen wir am Kloster Santa Caterina di Sassa an. Leider begann zu diesem Zeitpunkt auch die Mittagspause, die bis 14.30 Uhr andauern sollte. Somit wir keine Gelegenheit, dieses bemerkenswerte Bauwerk näher zu besichtigen. Schade. Gegen 13.00 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Luino, jedoch nicht auf der Uferstraße. Wir beschlossen direkt nach Brenta zu fahren und umfuhren Mombello südlich. In Cuveglio gab es einen schönen Spielplatz mit Wasseranschluss. Zum Mittag gab es Nudeln (mal was ganz Neues ;)). Weiter ging es bis Cassano. Da unser Ziel Ponte Tresa war und wir 10 km einsparen wollten bogen wir anschließend nach Ferrera ein. Und gleich wies uns das Schild mit 15 % Steigung auf unsere mühevolle Absicht hin. So schafften wir vielleicht mit 2 km/h die Gespanne auf den Berg. Erst der Ausblick auf den Luganer See nördlich von Marchirolo entschädigte uns so richtig für unsere Mühen. Das war einfach grandios. Alle Radreisenden können diesen Moment nachvollziehen, wenn man nach mühevoller Arbeit den Ausblick in die Weite genießen kann. Das macht auch den ganzen Reiz beim Radfahren in der Bergwelt aus und unterscheidet sich natürlich immens von einer Tour z.B. in Holland. Auch wenn unsere Höhenmeter eher bescheiden waren, multiplizierten sie sich schnell mit den Tonnen an Gepäck und dem gemeinsamen Erleben mit den Kindern zu einigen Tausend Metern. Spät kamen wir bei unseren Dachgebern Theres und Urs an. Aber wir brauchten kein Zelt aufbauen oder ein Quartier beziehen. Selbst das Bereiten des Abendessens fiel aus. Theres hatte lecker gekocht. Urs, der uns schon vorher mit Tipps und Karten unterstützt hatte, gab uns noch ergänzende Hinweise, die wir gerne entgegennahmen. Natürlich sind solche Begegnungen immer hilfreich, um Erfahrungen auszutauschen oder zukünftige Touren zu planen. Es war ein schöner Abend. Vielen Dank !

 

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Etappe 5

Ponte Tresa - Porlezza (50 km)

Do 08.04.04

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Ponte Tresa -Lugano (30 km) - Porlezza (20 km) -   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welch ein Sonnenaufgang. Der fünfte schöne Tag in Folge. Da Urs und Theres früh zur Arbeit mussten, nutzten auch wir die Gelegenheit, um rechtzeitig vom Hof zu kommen. Um 09.00 Uhr ging es bereits los und durch unsere Route nach Lugano über Caslano, Morcote und Melide war dieser Abschnitt schon mal 30 km lang. Aber die Straßen bis Melide waren gut zu fahren. Man konnte wirklich die Aussicht über den Luganer See genießen. Von Melide bis Lugano war dann wieder erhöhte Aufmerksamkeit gefordert, denn die Straße 2 hatte keinen Radweg und keinen Randstreifen. Doch schnell waren wir in Paradiso und dann ging es entlang der Uferpromenade direkt zum schönen Spielplatz neben dem Strandbad. Wir machten Mittagspause. Später ging es stadtauswärts Richtung Porlezzo. Nach 2 km in Castagnola bemerkten wir einen Wanderweg der entlang des Ufers nach Gandria führte. Wir konnten der Versuchung nicht widerstehen und waren zu sehr entzückt beim Gedanken, somit die Tunnel auf der Hauptstraße zu umgehen und den Ausblick auf Lugano zu erleben. Nach ca. 1 km begegneten wir einem Herrn der uns netterweise auf Treppen vor Gandria aufmerksam machte. Na - wir hatten es ja geahnt. Somit war vor Gandria anpacken angesagt und wir bewältigten die insgesamt ca. 80 Stufen (bitte nicht nachzählen) alle vier gemeinsam. Wir wollten uns aber doch beeilen, um nicht zu sehr in den starken Berufsgrenzverkehr zu kommen. Die Tunnel vor Porlezza konnten wir auf der alten Straße umfahren. Hinweise dafür gab es aber keine. Wer fährt hier auch schon Rad. Meist sind es Rennradfahrer die lieber die Hauptstraßen bevorzugen. Hat jemand mal die Absicht zu radeln, wird er vermutlich vom Autoverkehr genervt, bis er selbst ins Auto steigt und sich in die Autoschlange einreiht. Diese Feststellung gilt überwiegend für die gesamten Oberitalienischen Seen. Am Lago di Piano fuhren wir zum Camping La Regatta. War es ein Test. Die Preisliste (hier 23 Euro) entsprach den anderen italienischen Zeltplätzen und das geringe Niveau der Sanitäreinrichtungen ebenfalls. Da aber die Lage des Platzes zumindest ruhig war, gab es keine Alternative. Pünktlich um Mitternacht begann es dann zu regnen. Hier war die Wettervorhersage mal exakt.

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Etappe 6 Porlezza - Menaggio - (13 km) Fr 09.04.03

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Lago di Piano - Menaggio (13 km)

 
 

Erst spät am Morgen hatte es aufgehört zu regnen. Die tiefhängenden Wolken gaben nicht viel von den Bergen frei. Doch konnte man mal durch eine Lücke schauen, wurde einem gleich klar, dass auch die Schneegrenze sich bedrohlich in Richtung des Niveaus des Lago di Pino heranwagte. So kamen wir erst gegen Mittag weg. Der Weg am Südufer des Lago di Piano lud zur Weiterfahrt ein, doch waren der erste Kilometer recht trügerisch. Aus dem Weg wurde ein Pfad. Aus dem Pfad wurde ein Trail. Wanderer vom Zeltplatz klärten uns über die zu erwartende Mission auf und uns wurde klar - es gab nur ein Zurück. Nach diesem Umweg kamen wir später auf die Hauptstraße. War es das miese Wetter oder der Autoverkehr. Besser beides. Mit Grausen folgten wir dem gemächlichen aber kontinuierlichen Anstieg bis Croce. Genauso missgelaunt wie wir, waren auch die Autofahrer, die verständnislos an uns vorbeihupten. Auch der Autogestank wurde uns erst an diesem Tag so richtig bewusst. Der Smog zog nicht ab sondern hielt sich beständig in unserer Nasenhöhe. Die Serpentinen runter an den Comer See waren da schon keine Entschädigung mehr. Es regnete wieder etwas heftiger und wir waren froh die Tour so zum Comer See gewählt zu haben und nicht von Menaggio nach Lugano. In Menaggio gingen wir erst einmal essen und anschließend suchten wir das Hotel Garden nördlich von Menaggio auf. Vom Balkon hatten wir einen Blick auf den Comer See. So mussten wohl die Fjorde in Norwegen zur Winterzeit aussehen. Doch hatten wir sie so nie gesehen. Aber hier? Das aktuelle Wetter schreckte uns nicht, jedoch die Wettervorhersage. für die nächsten drei Tage. Bis wieweit kann man mit Kleinkindern gehen? Wieviel kann man ihnen zumuten? Wir wussten, dass sie sehr tapfer waren. Aber übertreiben wollten wir es nicht. Wir wollten ja auch weiterhin mit ihnen schöne Radreisen durchführen. Außerdem erinnerten wir uns an Urs` Hinweis, dass die Straße von Menaggio nach Colico gleichzeitig auch Verbindungsstraße von Como und Chiavenna und somit im Berufsverkehr und am Wochenende stark befahren wäre. Wir wollten aber bis zur entgültigen Entscheidung über die weitere Route noch den nächsten Tag abwarten.

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Etappe 7 Menaggio - Como (38 km) Sa 10.04.03

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Menaggio - Bellagio (8 km) - Lezzeno (8 km)  - Torno (15 km) - Como (7 km)  
  Der Morgen war total verregnet. Wir riefen in der Jugendherberge in Como an und reservierten für die nächsten zwei Tage eine Unterkunft. Gegen Mittag sollte ein Schiff nach Como fahren und wir entschlossen uns dieses zu nehmen. Doch waren wir skeptisch. Diese Skepsis wurde sogleich am Hafen bestätigt. Man würde keine Fahrräder mitnehmen. Ob das nun für dieses Schiff galt oder grundsätzlich war uns am Ende egal, da von Cadenabbia nach Bellagio eine Autofähre fuhr. Die restlichen 30 km bis Como wären dann locker zu fahren – glaubten wir. Bis 18 Uhr würde man unsere Reservierung in der Jugendherberge berücksichtigen. Das schien uns viel Zeit zu sein. Die Uferstraße war z.T. eng und kurvig. Aber  an diesem Samstag war nur wenig Verkehr. Wir hatten aber nicht gedacht  wie beschwerlich sich doch diese Etappe noch gestalten würde. Die Orte lagen unten am Wasser, die Straße weiter oben. Später lasen wir in einem Buch, dass man auf diesem Abschnitt ungefähr 300 Höhenmeter macht. Irgendwo machten wir eine ausgiebige Mittagspause und kamen noch gerade rechtzeitig an der Jugendherberge Villa Olmo an. Der Abend zeigte sich wieder von seiner für uns gewohnten Seite. Westlich der Bucht von Como senkte sich gemächlich die strahlende Sonne auf den Horizont. Der Wetterbericht hatte gelogen.

     
Ruhetag Como Ruhetag Ostersonntag Sonntag 11.04.03

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  Nur ganz kurz. In Como einen Ruhetag einzulegen war eine gute Wahl. Wir besuchten die Miro-Ausstellung, fuhren mit der Standseilbahn auf den Hausberg und gingen mit den Kindern zum Spielplatz. Über eines waren wir besonders froh: dass wir kein Fahrrad fuhren. Alle schienen an diesem Ostersonntag unterwegs zu sein. 

     
Etappe 8 Como - Maccogna (56 km)  Mo 13.04.03

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Como - Riva San Vitale (16 km) - Porte Ceresio (11) -Ponte Tresa (10 km) - Luino (12 km) - Maccagno (5 km) 

 
  bIn der Jugendherberge hatte es uns sehr gefallen. Es waren auch noch andere Radreisende unterwegs, sogar mit einer Streetmachine (Liegerad). Gleich hinter der Jugendherberge ging es für ca. 1,5 km stetig bergauf. Ab Chiasso waren wir nicht nur in der Schweiz, sondern fuhren wieder auf Radwegen und es gab Hinweisschilder. Nun schreckten uns keine Hügel mehr. Bis Mendrisio ging es immer gemächlich bergauf-bergab. Danach folgte eine lange Abfahrt und wir boten uns mit Rennradfahrern ein erstes Rennen. Bis Ponte Tresa fuhren wir immer entlang des Ufers des Lago di Lugano. Die Straße war flach. In Porto Ceresio waren wir wieder in Italien in Ponte Tresa wieder in der Schweiz. Gleich hinter Porto Ceresio gab es ein schönes Restaurant am Wasser mit gutem Essen. Wir fuhren nördlich der Tresa und nur weil auf der südlichen Seite ein Erdrutsch die Straße beschädigt hatte, war der Verkehr auf unserer Seite stärker als wir vermuteten. Ansonsten war die heutige wohl die schönste Etappe. In Luino war Ostermontagsmarkt - gute Gelegenheit für einen Rast. In Maccagno angekommen, mussten wir uns zwischen zwei Zeltplätzen entscheiden.. Wir wählten Camping Lido, auch weil er nicht so überlaufen war und wir einen richtigen Rasenplatz vorfanden.(23 Euro) Als Sophie ein Mädchen mit einem Einrad bemerkte, entflammte ihre Leidenschaft und wenig später hatten sich wieder einige Kinder zusammengefunden. Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir die Straße, auf der wir auf unserer ersten Etappe fuhren. 

     
Etappe 9 Maccogna - Coglio (56 km)  Di 14.04.03

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Unsere letzte Etappe. Das entschieden wir aber erst in Pino d.L.Maggiore nahe der Schweizer Grenze. Ein kurzer Anruf bei Frau Campana genügte und unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage war perfekt. Ursprünglich wollten wir noch nach Bellinzona radeln, aber irgendwie reizte es uns nicht durch die Magadinoebene und deren Industriegebiete zu fahren, obwohl es dort einen schönen Radweg gab. Eher wollten wir noch einen Tag im Maggiatal bleiben, um mit der Centovallibahn zu fahren oder Bosco Gurin zu besuchen, einem schönen Skiort im Seitental. (wir würden beides tun). Der Autoverkehr bis Magadino war nicht stark, die Straße war gut und erst beim Herannahen an die Magadinoebene wurde der Verkehr sehr stark. Aber da begann auch schon der Radweg. Wir machten Rast auf dem Segelflugplatz und auf einem schönen Spielplatz in Tenero. Locarno erreichten wir auf einem Uferradweg. Gott sei Dank waren die Radwege um die Seen nicht genauso schön – wir hätten sonst gar nicht mehr aufgehört. In Sorge wie wir den Radweg ins Maggiatal finden sollten, folgten wir strickt den Hinweisschildern: nach Ascona, nach ?? Unterwegs begegneten wir einer charmanten Dame auf dem Rad, die uns den Weg entlang der Maggia zur Radbrücke zeigte und uns bis dorthin liebevoll begleitete. Wieder im Maggiatal angelangt, wurden wir jetzt das Hinweisschild gewahr: „Losone“. Ascona und Locarno als Zusatz würden wir jetzt empfehlen, wer kennt Losone ? Die 10 km bis Coglio waren nicht mehr so schwer zu fahren, wie wir zuvor befürchteten. Der Anstieg war gemächlich und wie wir anfangs feststellten, würden wir meist auf Radwegen fahren. Bei unserer Ankunft knisterte das Feuer im Kamin und schnell war eine Flasche Rotwein und eine Sprite für die Kinder geöffnet.

 

     
  Fazit  

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Eine schöne Tour bedingt empfehlenswert, nichts für alleinfahrende Kinder und bedenklich für Kinderanhänger. Wir fuhren einspurig mit dem Pino Brombeere und dem Manitoba + add-bike-Anhängerfahrrad. Solch' eine Tour kann man nur konzentriert durchführen und verlangt Disziplin gerade auch von den Kindern. Doch wir hatten in dieser Hinsicht nie ein Problem. Eine echte Herausforderung für die ganze Familie. Schön war die Tour allemal, denn den Autoverkehr hatten wir vier schnell vergessen.

 
     
     
     
     
     

     

   
     
     
 
 

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© Mausi&4unterwegs zuletzt aktualisiert: Saturday, 19. May 2007