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2004
Tour
9 |
Familienfahrradtour - 4unterwegs
Tour de Kirschblüte |
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Tourbericht |
Lago Maggiore - Luganer See - Comer See |
03.04. - 14.04. 2004 |
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Noch in Arbeit -
so´n büschen |
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| Anreise |
Coglio |
Samstag
03.04.04 |
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Wie geplant fuhren wir nachts nach Coglio. Der kleine Ort befindet sich gleich
hinter Maggia flussaufwärts im gleichnamigen Tal. Nachts war in der Schweiz vom angeblichen Osterreiseverkehr nichts zu merken
und wir wähnten uns schon im Niemandsland, da wir über weite Kilometer
keinem Auto begegneten. Wir wählten die Route über den San Bernadino, die zwar
100 km länger war, aber uns den eventuellen Stau vor dem 17 km langen
Gotthardtunnel ersparen sollte. Nach Passieren des ca. 6 km langen San
Bernadino Tunnels begrüßte uns das Tessin erst einmal mit Schneetreiben und Regen. Das war ein
Empfang! In Locarno und Ascona informierten wir uns
sogleich über Alternativen des Fortkommens. Aber wie ursprünglich angenommen,
sollte es keine akzeptable Möglichkeit geben, statt
mit dem Rad auf dem
Schiff nach Verbania zu kommen. In Coglio angekommen
begrüßte uns Frau Campana während im Kamin schon das Feuer knisterte. Eine schöne Unterkunft für uns und
beste Bedingungen, um die Räder und das Gepäck in Ruhe vorzubereiten. Dafür
planten wir nicht zu wenig Zeit ein. Wie wir feststellen durften, hatten wir
für unsere Tour auch nichts vergessen. Das will schon was heißen. Dazu
brauchten wir immerhin ca. 8
Jahre - Packtraining. Nachmittags ließ der Regen nach und wir
konnten eine erste Probefahrt im Maggiatal unternehmen. Wie wir schon zuvor in
Erwägung gezogen hatten, würden wir am Sonntag den 04.04.2004 unsere Tour
starten. Und als gegen 21.00 Uhr endlich auch noch das Licht am Pino Brombeere
erstrahlte, war alles perfekt. |


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| Etappe 1 |
Coglio - Verbania (52
km) |
Sonntag
04.04.04 |
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Coglio - Maggia (327 m) (2 km) -
Avegno (8 km) - Locarno (5km) - Ascona (3 km) - Valmara (8 km) -Cannobio
(5 km) - Verbania (21 km) |
D |
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Der Tag begann wunschgemäß mit strahlendem
Sonnenschein. Pünktlich um 10.00 Uhr starteten wir zu unserer tour de
Kirschblüte. Die ersten 10km bis Ponte Brolla, wo sich das Maggiatal und das
Centovallital trafen, waren gerade die richtige Einstimmung auf unsere Tour.
Vorbei ging es an zahlreichen Wasserfällen entlang der Hauptstraße. Wir
fuhren aber meist
auf Radwegen. Das war ein Genuss. Das geringe Gefälle sorgte zudem für ein
entspanntes Dahingleiten. Das endete aber abrupt in Ponte Brolla. Dann war
zwar weiterhin eine Abfahrt angesagt, aber auf einer sehr verkehrsreichen,
engen und kurvenreichen Straße. Hier entlang wollten wir auf keinem Fall
zurück ins Maggiatal zum Tourende fahren. Obwohl wir extra nach einem
Radweg Ausschau hielten, konnten wir keinen entdecken. Das Radwegeschild nach
Losone konnten wir nicht als Radweg in Richtung Ascona interpretieren. So
konzentrierten wir uns auf den Verkehr, hielten den nötigen Sicherheitsabstand
zueinander und zu den anderen Fahrzeugen. Das wurde nicht immer mit
Verständnis quittiert. Das sollte sich auch auf der gesamten Tour nicht
ändern. Hinter Ascona ging es für ca. 3 km erst einmal im Sonntagsverkehr auf
der Strada 13 einer kurvenreichen und engen Straße. Ab Porto Ronco ging es bis zur Italienischen Grenze
fast immer auf einem schmalen Rad- oder Fußweg neben der Straße weiter. Nach Passieren der Grenze südlich von Brissago gab es zwar keinen
Radweg mehr, aber die Straße war breiter oder hatte manchmal einen breiteren
Randstreifen. In Cannobio war Markttag. Entlang der gesamten Uferpromenade
reihten sich die Verkaufsstände einer nach dem anderen über ca. 1,5 km. Das
Thermometer zeigte mittlerweile 29 C. Nach einer ausgiebigen Pause erkundigten
wir uns bezüglich einer Weiterfahrt mit dem Schiff nach Verbania. Aber bis zur
Abfahrt um ca. 17.00 Uhr hätten wir noch 3 Stunden warten müssen und so
entschlossen wir uns, der Straße 13 weiterhin zu folgen. Wie nicht
anders zu erwarten war, nahm der Verkehr gerade am Sonntagnachmittag zu. Bis
Verbania kamen wir gut und unproblematisch voran, es gab kaum Steigungen zu
überwinden. Wir wählten für die Übernachtung die Jugendherberge in
Verbania,
die wir sicherheitshalber schon vorgebucht hatten. Von der Jugendherberge aus
bot sich ein phantastischer Blick auf die Bucht und deren Inseln. Die Nacht
kostete 45 Euro, also 15 Euro pro Person. Jakob mit 3 Jahren brauchte noch
nichts zu bezahlen. Die erste Etappe hatten wir glücklich überstanden, sicher
auch weil die Kinder sehr diszipliniert waren und wir uns hundertprozentig auf
sie verlassen konnten. Das machte es für die nächsten Etappen einfacher. |





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| Etappe 2 |
Verbania - Orta San
Guilio (32 km) |
Mo
05.04.04 |
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Verbania - Mergozzo (11 km) -
Gravellona (5 km) - Omegna (295 m)(6 km) - Orta San Giulio (10
km) |
D |
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Wir verließen Verbania entlang der Uferpromenade, die
nach ca. 1 km auf die Fernverkehrsstraße führte. Nach weiteren 3 km konnten
wir endlich auf die ruhige Straße nach Megozzo einbiegen und umfuhren auf ca.
9 km den Lago di Mergozzo und den Monte Orfano. Weiter ging es über
Gravallo und Omegna zum Ortasee. Da dieser ca. 100 m über dem Niveau des Lago
di Maggiore lag, folgten wir über 10 km der leichten Steigung. Am Ortasee war
der Verkehr mäßig und wir bemerkten, dass lange Eisenbahnzüge beladen mit LKWs
enlang des Ufers fuhren. Möglicherweise dürfen LKW`s die
Uferstraße nicht benutzen. Nach Ankunft auf dem Zeltplatz Orta bauten wir unser Zelt
direkt am Ortasee auf. Noch gab es genug Platz. Die Nacht kostete ca. 18 Euro
– Spezialpreis. Die Kinder fanden sich schnell mit anderen Kindern zusammen
und spielten auf dem Spielplatz. Abends machten wir einen Veloausflug in die
Altstadt, spazierten durch ihre engen Gassen und genossen den Blick über den See zur Insel
San Giulio. Dabei kam uns die Idee, die Reise am nächsten Tag von Pella auf der
anderen Seite des Sees fortzuführen. Die Boote machten aber nicht den
Eindruck, dass sie unsere Gespanne hätten aufnehmen können. Somit mussten wir
auch auf den Besuch der Insel verzichten. Irgendwie fühlten wir uns an
Malcesine am Gardasee erinnert, jedoch ging es hier nicht ganz so touristisch
zu. Zurück schoben wir unsere Räder auf dem Wanderweg entlang des Nordufers
der Halbinsel. |



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| Etappe 3 |
Orta San Guilio - Sesto - Angera (32 km) |
Di
06.04.04 |
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Orta
San Giulio - Gozzano (398 m)(6 km) -
Borgomanero (6 km) - Angera (20 km) |
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Die ersten 5 km waren leicht zu fahren, doch dann
kam der erste anspruchsvolle Anstieg Richtung Gozzano. Schließlich liegt die
Stadt ca. 60 m über dem Niveau des Ortasees. Wir beschlossen die weitere Route
auf Nebenstraßen über Briga, Gattico und Sesto zu legen. Durch Maggiate kamen
wir nur über einen kräftigen Anstieg weiter, den wir nur noch durch Schieben
bewältigen konnten. Jakob half kräftig mit. Nach Passieren von Gattico konnten
wir dann endlich die Höhe ausnutzen und gemütlich nach Sesto einfahren. Doch
zuvor mussten wir durch ein Gewirr aus Autobahnauffahrten und Schnellstraßen
finden. Um uns dabei zurechtzufinden, half uns ein italienischer Radfahrer.
Neben der Auto-Eisenbahnbrücke am Badestrand gab es einen sehr schönen
Spielplatz. Eine gute Gelegenheit für eine Pause. Weiter ging es entlang der Straße
629 Richtung Ispra. In Angera machten wir dann unseren alltäglichen Einkauf.
Da jetzt unser Gepäck 10 kg schwerer war, beschlossen wir den nahe gelegenen
Zeltplatz de Cita aufzusuchen. Das war wirklich eine gute Wahl. Wir fanden
einen der wenigen ruhigen Zeltplätze am Lago. Unser Zelt bauten wir auf der
Wiese am Strand auf. Das war nicht korrekt, wie uns am nächsten Tag mitgeteilt wurde.
Eigentlich hätten wir auf dem Schotterplatz zwischen den Wohnmobilen stehen müssen. Wir waren froh über unsere Unkorrektheit. |


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| Etappe 4 |
Angera - di Sasso - Brenta - Ponte Tresa (58 km) |
Mi
07.04.04 |
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Ispra
(5 km) - Ponte Tresa (53 km) |
D |
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Urs aus der Schweiz hatte
uns auch für diese Etappe einen
Vorschlag gemacht. Die Straße 629 kann man meiden, indem man auf östliche
Nebenstraßen ausweicht. Aber der Verkehr war nicht so schlimm und wir fuhren
die 15 km bis Santa Caterina di Sassa auf der Hauptstraße. Unterwegs kamen
wir an dem Campingplatz von Ispra vorbei und wir waren froh, dass wir die
Nacht nicht auf ihm verbracht hatten. Die Uferstraße und die Eisenbahn sorgen
sicher für genügend Geräuschkulisse, um sich unwohl zu fühlen. Gegen Mittag
kamen wir am Kloster Santa Caterina di Sassa an. Leider begann zu diesem
Zeitpunkt auch die Mittagspause, die bis 14.30 Uhr andauern sollte. Somit wir keine Gelegenheit,
dieses bemerkenswerte Bauwerk näher zu besichtigen. Schade. Gegen 13.00 Uhr fuhren
wir weiter in Richtung Luino, jedoch nicht auf der Uferstraße. Wir beschlossen
direkt nach Brenta zu fahren und umfuhren Mombello südlich. In Cuveglio gab es
einen schönen Spielplatz mit Wasseranschluss. Zum Mittag gab es Nudeln (mal
was ganz Neues ;)). Weiter ging es bis Cassano. Da unser Ziel Ponte Tresa war
und wir 10 km einsparen wollten bogen wir anschließend nach Ferrera ein. Und
gleich wies uns das Schild mit 15 % Steigung auf unsere mühevolle Absicht hin.
So schafften wir vielleicht mit 2 km/h die Gespanne auf den Berg. Erst der
Ausblick auf den Luganer See nördlich von Marchirolo entschädigte uns so
richtig für unsere Mühen. Das war einfach grandios. Alle Radreisenden
können diesen Moment nachvollziehen, wenn man nach mühevoller Arbeit den
Ausblick in die Weite genießen kann. Das macht auch den ganzen Reiz beim
Radfahren in der Bergwelt aus und unterscheidet sich natürlich immens von
einer Tour z.B. in Holland. Auch wenn unsere Höhenmeter eher bescheiden waren,
multiplizierten sie sich schnell mit den Tonnen an Gepäck und dem
gemeinsamen Erleben mit den Kindern zu einigen Tausend Metern. Spät kamen wir bei
unseren Dachgebern Theres und Urs an. Aber wir brauchten kein Zelt aufbauen
oder ein Quartier beziehen. Selbst das Bereiten des Abendessens fiel aus.
Theres hatte lecker gekocht. Urs, der uns schon vorher mit Tipps und Karten
unterstützt hatte, gab uns noch ergänzende Hinweise, die wir gerne
entgegennahmen. Natürlich sind solche Begegnungen immer hilfreich, um
Erfahrungen auszutauschen oder zukünftige Touren zu planen. Es war ein
schöner Abend. Vielen Dank ! |



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| Etappe 5 |
Ponte Tresa - Porlezza (50 km) |
Do
08.04.04 |
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Ponte Tresa -Lugano (30 km) - Porlezza (20 km) - |
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Welch ein Sonnenaufgang. Der fünfte schöne Tag in Folge. Da
Urs und Theres früh zur Arbeit mussten, nutzten auch wir die Gelegenheit, um
rechtzeitig vom Hof zu kommen. Um 09.00 Uhr ging es bereits los und durch
unsere Route nach Lugano über Caslano, Morcote und Melide war dieser Abschnitt
schon mal 30 km lang. Aber die Straßen bis Melide waren gut zu fahren. Man
konnte wirklich die Aussicht über den Luganer See genießen. Von Melide bis
Lugano war dann wieder erhöhte Aufmerksamkeit gefordert, denn die Straße 2
hatte keinen Radweg und keinen Randstreifen. Doch schnell waren wir in
Paradiso und dann ging es entlang der Uferpromenade direkt zum schönen
Spielplatz neben dem Strandbad. Wir machten Mittagspause. Später ging es
stadtauswärts Richtung Porlezzo. Nach 2 km in Castagnola bemerkten wir einen
Wanderweg der entlang des Ufers nach Gandria führte. Wir konnten der
Versuchung nicht widerstehen und waren zu sehr entzückt beim Gedanken, somit
die Tunnel auf der Hauptstraße zu umgehen und den Ausblick auf Lugano zu
erleben. Nach ca. 1 km begegneten wir einem Herrn der uns netterweise auf
Treppen vor Gandria aufmerksam machte. Na - wir hatten es ja geahnt. Somit war
vor Gandria anpacken angesagt und wir bewältigten die insgesamt ca. 80 Stufen
(bitte nicht nachzählen) alle vier gemeinsam. Wir wollten uns aber doch beeilen,
um nicht zu sehr in den starken Berufsgrenzverkehr zu kommen. Die Tunnel vor
Porlezza konnten wir auf der alten Straße umfahren. Hinweise dafür gab es aber
keine. Wer fährt hier auch schon Rad. Meist sind es Rennradfahrer die lieber
die Hauptstraßen bevorzugen. Hat jemand mal die Absicht zu radeln, wird er
vermutlich vom
Autoverkehr genervt, bis er selbst ins Auto steigt und sich in die
Autoschlange einreiht. Diese Feststellung gilt überwiegend für die gesamten Oberitalienischen Seen. Am Lago di Piano fuhren wir zum
Camping La Regatta. War es ein Test. Die Preisliste (hier 23 Euro) entsprach
den anderen italienischen Zeltplätzen und das geringe Niveau der
Sanitäreinrichtungen ebenfalls. Da aber die Lage des Platzes zumindest ruhig
war, gab es keine Alternative. Pünktlich um Mitternacht begann es dann zu
regnen. Hier war die Wettervorhersage mal exakt. |




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| Etappe 6 |
Porlezza - Menaggio - (13 km)
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Fr
09.04.03 |
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Lago di Piano - Menaggio (13 km) |
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Erst spät am Morgen hatte
es aufgehört zu regnen. Die tiefhängenden Wolken gaben nicht viel von den
Bergen frei. Doch konnte man mal durch eine Lücke schauen, wurde einem gleich
klar, dass auch die Schneegrenze sich bedrohlich in Richtung des Niveaus des
Lago di Pino heranwagte. So kamen wir erst gegen Mittag weg. Der Weg am
Südufer des Lago di Piano lud zur Weiterfahrt ein, doch waren der erste
Kilometer recht trügerisch. Aus dem Weg wurde ein Pfad. Aus dem Pfad wurde ein
Trail. Wanderer vom Zeltplatz klärten uns über die zu erwartende Mission auf
und uns wurde klar - es gab nur ein Zurück. Nach diesem Umweg kamen wir später
auf die Hauptstraße. War es das miese Wetter oder der Autoverkehr. Besser
beides. Mit Grausen folgten wir dem gemächlichen aber kontinuierlichen Anstieg
bis Croce. Genauso missgelaunt wie wir, waren auch die Autofahrer, die
verständnislos an uns vorbeihupten. Auch der Autogestank wurde uns erst an diesem
Tag so richtig bewusst. Der Smog zog nicht ab sondern hielt sich
beständig in unserer Nasenhöhe. Die Serpentinen runter an den Comer See waren
da schon keine Entschädigung mehr. Es regnete wieder etwas heftiger und wir
waren froh die Tour so zum Comer See gewählt zu haben und nicht von Menaggio
nach Lugano. In Menaggio gingen wir erst einmal essen und anschließend suchten
wir das Hotel Garden nördlich von Menaggio auf. Vom Balkon hatten wir einen
Blick auf den Comer See. So mussten wohl die Fjorde in Norwegen zur Winterzeit
aussehen. Doch hatten wir sie so nie gesehen. Aber hier? Das aktuelle Wetter schreckte
uns nicht, jedoch die Wettervorhersage. für die nächsten drei Tage. Bis wieweit kann
man mit Kleinkindern gehen? Wieviel kann man ihnen zumuten? Wir wussten, dass
sie sehr tapfer waren. Aber übertreiben wollten wir es nicht. Wir wollten ja
auch weiterhin mit ihnen schöne Radreisen durchführen. Außerdem erinnerten wir
uns an Urs` Hinweis, dass die Straße von Menaggio nach Colico gleichzeitig auch
Verbindungsstraße von Como und Chiavenna und somit im Berufsverkehr und am
Wochenende stark befahren wäre. Wir wollten aber bis zur entgültigen
Entscheidung über die weitere Route noch den nächsten Tag abwarten.
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| Etappe 7 |
Menaggio
- Como (38
km) |
Sa
10.04.03 |
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Menaggio - Bellagio (8 km)
- Lezzeno (8 km) - Torno (15 km) - Como (7 km) |
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Der Morgen war
total verregnet. Wir riefen in der Jugendherberge in
Como an und reservierten für die nächsten zwei Tage eine Unterkunft. Gegen
Mittag sollte ein Schiff nach Como fahren und wir entschlossen uns dieses zu
nehmen. Doch waren wir skeptisch. Diese Skepsis wurde sogleich am Hafen
bestätigt. Man würde keine Fahrräder mitnehmen. Ob das nun für dieses Schiff
galt oder grundsätzlich war uns am Ende egal, da von Cadenabbia nach Bellagio
eine Autofähre fuhr. Die restlichen 30 km bis Como wären dann locker zu
fahren – glaubten wir. Bis 18 Uhr würde man unsere Reservierung in der
Jugendherberge berücksichtigen. Das schien uns viel Zeit zu sein. Die Uferstraße war z.T. eng
und kurvig. Aber an diesem Samstag war nur wenig Verkehr. Wir hatten
aber nicht gedacht wie beschwerlich sich doch diese Etappe noch gestalten würde.
Die Orte lagen unten am Wasser, die Straße weiter oben. Später lasen wir in
einem Buch, dass man auf diesem Abschnitt ungefähr 300 Höhenmeter macht.
Irgendwo machten wir eine ausgiebige Mittagspause und kamen noch gerade
rechtzeitig an der Jugendherberge Villa Olmo an. Der Abend zeigte sich wieder
von seiner für uns gewohnten Seite. Westlich der Bucht von Como senkte sich
gemächlich die strahlende Sonne auf den Horizont. Der Wetterbericht hatte gelogen. |


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| Ruhetag |
Como Ruhetag
Ostersonntag |
Sonntag
11.04.03 |
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Nur ganz
kurz. In Como einen Ruhetag einzulegen war eine gute Wahl. Wir besuchten die
Miro-Ausstellung, fuhren mit der Standseilbahn auf den Hausberg und gingen mit den Kindern zum
Spielplatz. Über eines waren wir besonders froh: dass wir kein Fahrrad
fuhren. Alle schienen an diesem Ostersonntag unterwegs zu sein. |

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| Etappe 8 |
Como - Maccogna (56
km) |
Mo
13.04.03 |
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Como - Riva San Vitale (16 km) -
Porte Ceresio (11) -Ponte Tresa (10 km) - Luino (12 km) - Maccagno (5
km) |
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bIn der Jugendherberge hatte es uns sehr gefallen. Es waren
auch noch andere Radreisende unterwegs, sogar mit einer Streetmachine
(Liegerad). Gleich hinter der Jugendherberge ging es für ca. 1,5 km stetig
bergauf. Ab Chiasso waren wir nicht nur in der Schweiz, sondern fuhren wieder
auf Radwegen und es gab Hinweisschilder. Nun schreckten uns keine Hügel mehr.
Bis Mendrisio ging es immer gemächlich bergauf-bergab. Danach folgte
eine lange Abfahrt und wir boten uns mit Rennradfahrern ein erstes Rennen. Bis
Ponte Tresa fuhren wir immer entlang des Ufers des Lago di Lugano. Die Straße
war flach. In Porto Ceresio waren wir wieder in Italien in Ponte Tresa wieder
in der Schweiz. Gleich hinter Porto Ceresio gab es ein schönes Restaurant am
Wasser mit gutem Essen. Wir fuhren nördlich der Tresa und nur weil auf der
südlichen Seite ein Erdrutsch die Straße beschädigt hatte, war der Verkehr auf
unserer Seite stärker als wir vermuteten. Ansonsten war die heutige wohl die
schönste Etappe. In Luino war Ostermontagsmarkt - gute Gelegenheit für einen
Rast. In Maccagno angekommen, mussten wir uns zwischen zwei Zeltplätzen
entscheiden.. Wir wählten Camping Lido, auch weil er nicht so überlaufen war
und wir einen richtigen Rasenplatz vorfanden.(23 Euro) Als Sophie ein Mädchen
mit einem Einrad bemerkte, entflammte ihre Leidenschaft und wenig später
hatten sich wieder einige Kinder zusammengefunden. Am gegenüberliegenden
Ufer sahen wir die Straße, auf der wir auf unserer ersten Etappe fuhren. |


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| Etappe 9 |
Maccogna - Coglio (56
km) |
Di
14.04.03 |
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Unsere letzte Etappe. Das entschieden wir aber erst in Pino
d.L.Maggiore nahe der Schweizer Grenze. Ein kurzer Anruf bei Frau Campana genügte und
unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage war perfekt. Ursprünglich wollten
wir noch nach Bellinzona radeln, aber irgendwie reizte es uns nicht durch die
Magadinoebene und deren Industriegebiete zu fahren, obwohl es dort einen
schönen Radweg gab. Eher wollten wir noch einen Tag im Maggiatal bleiben, um
mit der Centovallibahn zu fahren oder Bosco Gurin zu besuchen, einem schönen
Skiort im Seitental. (wir würden beides tun). Der Autoverkehr bis Magadino war
nicht stark, die Straße war gut und erst beim Herannahen an die Magadinoebene
wurde der Verkehr sehr stark. Aber da begann auch schon der Radweg. Wir
machten Rast auf dem Segelflugplatz und auf einem schönen Spielplatz in
Tenero. Locarno erreichten wir auf einem Uferradweg. Gott sei Dank waren die
Radwege um die Seen nicht genauso schön – wir hätten sonst gar nicht mehr
aufgehört. In Sorge wie wir den Radweg ins Maggiatal finden sollten, folgten
wir strickt den Hinweisschildern: nach Ascona, nach ?? Unterwegs begegneten
wir einer charmanten Dame auf dem Rad, die uns den Weg entlang der Maggia zur
Radbrücke zeigte und uns bis dorthin liebevoll begleitete. Wieder im Maggiatal
angelangt, wurden wir jetzt das Hinweisschild gewahr: „Losone“. Ascona und
Locarno als Zusatz würden wir jetzt empfehlen, wer kennt Losone ? Die 10 km
bis Coglio waren nicht mehr so schwer zu fahren, wie wir zuvor befürchteten.
Der Anstieg war gemächlich und wie wir anfangs feststellten, würden wir meist
auf Radwegen fahren. Bei unserer Ankunft knisterte das Feuer im Kamin und
schnell war eine Flasche Rotwein und eine Sprite für die Kinder geöffnet. |


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Fazit |
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Eine schöne Tour bedingt empfehlenswert, nichts für
alleinfahrende Kinder und bedenklich für Kinderanhänger. Wir fuhren
einspurig mit dem Pino Brombeere und dem Manitoba +
add-bike-Anhängerfahrrad. Solch' eine Tour kann man nur konzentriert
durchführen und verlangt Disziplin gerade auch von den Kindern. Doch wir
hatten in dieser Hinsicht nie ein Problem. Eine echte Herausforderung für die ganze Familie.
Schön war die Tour allemal, denn
den Autoverkehr hatten wir vier
schnell vergessen.
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